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Im Spannungsfeld zwischen Gott und Welt

Petrus will das Leiden Christi nicht wahrhaben und wird von Jesus zurechtgewiesen. Christliche Nachfolge beginnt dort, wo der Mensch dem Willen Gottes folgt.
Sonnenaufgang auf dem Aneto
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst. Er nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach”, ermahnt Jesus seine Jünger.

Das ist schon ein kräftiger Gegensatz: Im Evangelium des vergangenen Sonntags nennt Jesus Petrus den Felsen, auf den er seine Kirche bauen wird; an diesem Sonntag hingegen sagt er: „Weg mit dir, Satan, … denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ Im heutigen Evangelium nimmt Jesus keineswegs seine Verheißung an Petrus zurück, aber er gibt dem ersten Papst gleichsam eine kräftige Ohrfeige. Er weist Petrus und die anderen Jünger auf die Kreuzesnachfolge hin: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ „Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?“

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Wenn man den letzten Satz wörtlich übersetzt, dann lautet er: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber Schaden nimmt an seiner Seele?“ Das griechische Wort „Psyche“ kann mit „Leben“ übersetzt werden, aber auch mit „Seele“. Beide Gehalte sind hier zusammen zu sehen: Wer Gott vergisst, nimmt Schaden an seinem inneren Leben, in seiner geistigen Seele, auch wenn es ihm materiell gut geht. Die Seele ist die Brücke zur künftigen Auferstehung des Leibes, denn sie bildet den Kern unserer Person, der auch den leiblichen Tod überdauert. Entscheidend für uns ist das, was letztendlich bleibt, nämlich das Leben unserer Seele, die nach der Wiederkunft Christi mit ihrem verklärten Leib verbunden wird.

„Gleicht euch nicht dieser Welt an”

Der Protest des Petrus gegen das Leiden Christi ist vergleichbar mit den Wehklagen des Propheten Jeremia. Er hat von Gott den Auftrag bekommen, die Menschen vor den Folgen ihres Verhaltens zu warnen: Wenn ihr euch nicht bekehrt, dann wird Jerusalem zerstört werden. Den Zeitgenossen Jeremias war diese Botschaft sehr unangenehm: Sie vertrauten darauf, im Schutz des Tempels von Jerusalem geborgen zu sein.

Sowohl von Petrus als auch von Jeremia wird das verlangt, was Paulus formuliert: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist.“ Paulus spricht von der „Welt“ im negativen Sinne. Natürlich weiß er, dass die Welt als solche von Gott geschaffen und darum gut ist, aber er kennt auch den Einfluss der Sünde, der seit der Ursünde Adams die gesamte Menschheit in das Böse verstrickt hat. Jeder Mensch wird mit der Erbsünde geboren, das heißt ohne die Gnadengabe des göttlichen Lebens. Aus diesem Grunde neigt er eher dazu, das Böse zu tun als das Gute. Deshalb kann Paulus betonen: „Gleicht euch nicht dieser Welt an.“

Jeremia 20, 7–9
Römer 12, 1–2
Matthäus 16, 21–27
Zu den Lesungen des 22. Sonntags im
Jahreskreis 2026 (Lesejahr A)

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Manfred Hauke Erbsünde Jesus Christus Päpste Satan Seele

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