Patron der Journalisten

Patron der Journalisten immer noch aktuell

Für Papst Franziskus ist Franz von Sales ein Seelenführer, in einer Zeit, die auf neue Weise nach Gott dürstet. Apostolisches Schreiben zum 400. Todestag. 
Franz von Sales, Patron der Journalisten
Foto: IMAGO | Franz von Sales, Patron der Journalisten, seine Botschaft ist auch heute noch aktuell.

Die Botschaft des vor 400 Jahren verstorbenen Franz von Sales hat Papst Franziskus in einem dem Heiligen gewidmeten Schreiben als immer noch aktuell bezeichnet. Die Werke und das Wirken des frühneuzeitlichen Mystikers, Bischofs, Ordensgründers und Kirchenlehrers sei ein "Vermächtnis, das auch heute noch bedeutend ist", seine Reflexion über das geistliche Leben sei von "unschätzbarem Wert", schrieb Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben "Totum Amoris est" (Alles gehört der Liebe). Das Schreiben wurde vom Vatikan am Mittwoch in mehreren Sprachen veröffentlicht. Hier kann es in Deutsch im Volltext gelesen werden.

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Heiliger des Epochenwechsels

Die beiden Hauptwerke des Heiligen sind die "Abhandlung über die Gottesliebe“ und die "Anleitung zum frommen Leben" (Philothea). Daneben verfasste er Tausende von Briefen zu geistlichen Themen. Bekannt ist der Heilige ferner für seine "Flugblätter", mit denen Franz von Sales neue und gewagte pastorale Methoden einführte. Nicht zuletzt deshalb wurde er zum Schutzpatron der Schriftsteller und Journalisten wurde. Er sei ein "Vermittler und Mann des Dialogs" gewesen, ein "Interpret des Epochenwechsels" und auch "Seelenführer in einer Zeit, die auf neue Art nach Gott dürstet", so Franziskus.

Franz von Sales habe entdeckt, "dass der Glaube keine blinde Bewegung ist, sondern in erster Linie eine Haltung des Herzens", schreibt der Papst über den "herausragenden theologischen Wert" der Schriften des Kirchenlehrers. Die geistliche Dimension galt dem Heiligen als wesentlich für die Theologie. Gottes Wort sei "nur im demütigen und beständigen Gebet, in der Offenheit für den Heiligen Geist" zu verstehen. Erst "im Schmelztiegel des Gebets" werde man zum Theologen, betonte Franziskus. Zweitens sei bei Franz von Sales die kirchliche Dimension wichtig. Der Papst nennt das "Fühlen in der Kirche und mit der Kirche".
Liebe kann nur "Einladung ohne Zwang" sein

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Die kleinen Dinge des Alltags

Als weitere wichtige Grundgedanken des Heiligen hob Papst Franziskus hervor, dass sich die Liebe Gottes in der Liebe für die Menschen zeige, die stets frei von äußerem Zwang oder Gewalt sein müsse. Sie sei vielmehr eine "Einladung, die die Freiheit des Menschen nicht anrührt" und dabei niemals passiv mache. Jeder Mensch habe die Pflicht, "an der eigenen Verwirklichung mitzuwirken" durch ein vertrauensvolles "Öffnen seiner Flügel für die Brise Gottes".

 

 

Der Heilige Franz habe auch gesagt, dass "wahre Frömmigkeit" in "wahrer Gottesliebe" bestehe und sich auf den ganz konkreten Alltag beziehe: "Sie nimmt die kleinen Dinge des Alltags auf und deutet sie, Essen und Kleidung, Arbeit und Freizeit, Liebe und Elternschaft, das Achten auf berufliche Pflichten; kurzum, sie erleuchtet die Berufung eines jeden", zitierte der Papst den Heiligen. Dieser habe auch die Berufung jedes Menschen zum Leben in Heiligkeit betont, sowie das Erwecken und Zeigen von "Glaubensfreude" selbst in schwierigen Situationen. Wichtig gewesen sei ihm zudem die Bedeutung der Nächstenliebe: "Wer meint, sich Gott zu nähern, aber nicht die Nächstenliebe lebt, täuscht sich und die anderen", so Franziskus.

Reformbischof und Ordensgründer

Franz von Sales wurde am 21. August 1567 im französischen Thorens-Glieres südlich des Genfer Sees geboren. Nach einer schweren Glaubenskrise in seiner Pariser Studentenzeit widmete er sich besonders dem Gedanken, dass Gott Liebe ist und niemand verloren geht, der sein ganzes Vertrauen auf ihn setzt. Neun Jahre nach der Priesterweihe wurde er Bischof von Genf und galt als einer der großen Reformbischöfe, indem er nach dem Konzil von Trient entscheidende Impulse für die Erneuerung der Kirche setzte. Er gründete 1610 mit Johanna Franziska von Chantal einen heute als "Salesianerinnen" bekannten Frauenorden. Auch die Salesianer Don Boscos, der der Passauer Bischof Stefan Oster angehört, die Oblaten des Heiligen Franz von Sales und weitere Orden berufen sich ausdrücklich auf seine Spiritualität. Franz von Sales starb am 28. Dezember 1622, wurde 1665 heiliggesprochen und 1877 zum Kirchenlehrer ernannt. Sein kirchlicher Gedenktag ist der 24. Januar. DT/pwi/KAP

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