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Corona-Exerzitien: In Gottes Hand geborgen

Warum wir handeln sollten, als hinge alles von uns ab – und beten, als hinge alles von Gott ab.
Coronavirus: Der Rat des heiligen Ignatius
Foto: Francisco Seco (AP) | "Bete, als hinge alles von Gott ab. Handle, als hinge alles von Dir ab“, lautet ein wahres und wegweisendes Wort des heiligen Ignatius, das auch in der Krise ein guter Rat wäre.

Unsere säkularisierte Welt scheint mit einer spirituellen Deutung der Krisen-Ereignisse wenig anfangen zu können. Das erinnert an den Satz des Apostels Paulus: „Der Fleischmensch erfaßt nicht, was von Gott kommt.“ (1 Kor 2,14) Viele christlichen Länder haben in der Zwischenzeit ihr Land neu oder erneut dem Heiligsten Herzen Jesu oder dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht. Selbst die Vereinigten Staaten von Amerika haben zu Beginn der Corona-Krise den 15. März zu einem „Day of Prayer“ für alle vom Virus Betroffenen erklärt. Spanien und Portugal haben ihre Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens in einem menschenleeren Fatima erneuert, ähnlich Polen und die Slowakei.

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Menschliches Ringen notwendig, aber nicht ausreichend

Dagegen ist mir kein deutscher oder österreichischer Politiker aufgefallen, der in der Öffentlichkeit vernehmbar einen Bezug der Krise zum Schöpfergott erwähnt hätte. Erinnern wir uns an das öffentliche Gebet um die Befreiung Österreichs von fremder Besatzung, bei dem Hunderttausende Rosenkranz betende Gläubige im Jahr 1954 über den Ring in Wien zogen, in der ersten Reihe der Bundeskanzler der jungen Republik, Julius Raab, und sein Außenminister Leopold Figl: Damals hatte man – gezeichnet vom schrecklichen Elend des Zweiten Weltkriegs – noch vor Augen, dass das menschliche Ringen notwendig, aber allein nicht ausreichend ist. „Bete, als hinge alles von Gott ab. Handle, als hinge alles von Dir ab“, dieses wahre und wegweisende Wort wird dem heiligen Ignatius zugeschrieben. Es wäre auch ein guter Rat für unsere Corona-Krisenzeit.

Wann fällt der Schleier aus Interessen und Ideologien?

War der Corona-Schock noch nicht groß genug, um ein tieferes Erkennen der menschlichen spirituellen Wirklichkeit und der Gottvergessenheit unserer Zeit zu bewirken? Drängen sich immer noch Ideologien und materielle Interessen vor eine umfassende Suche nach der Wahrheit des Menschen? Von jedem Kirchendach sollte es jetzt tönen: „Denn wenn ihr nicht glaubt, dass Ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben“ (Joh 8,24). Braucht es eine noch größere Katastrophe, bis der Schleier aus Interessen und Ideologien von den Augen fällt und die tröstende Wahrheit aufleuchtet? Sie lautet: Wir sind geborgen in Gottes Hand, selbst durch den leiblichen Tod hindurch.

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