Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Sakramente

Taufe in Essen künftig auch durch Laien

Wegen Priestermangels: Das Bistum Essen beauftragt Hauptamtliche Laien mit dem Taufdienst. Auch individuelle Bedürfnisse von Familien sind ein Grund.
Papst Franziskus tauft ein Kind
Foto: KNA | Papst Franziskus tauft ein Kind während der Feier der Osternacht im Petersdom.

Im Bistum Essen sind 17 Gemeinde- und Pastoralreferentinnen sowie ein Gemeindereferent bischöflich beauftragt worden, künftig das Sakrament der Taufe zu spenden. Die Beauftragung fand im Rahmen eines Gottesdienstes in Essen statt. Gemäß Kirchenrecht (can. 861 — § 1) sind Bischöfe, Priester und Diakone die ordentlichen Spender der Taufe. Laien können ausnahmsweise außerordentliche Spender der Taufe sein. Wenn ein ordentlicher Spender nicht anwesend oder verhindert ist, kann die Taufe laut dem Kirchenrecht auch von Personen gespendet werden, die vom Ortsordinarius dafür bestimmt sind (can. 861 § 2). Diese Bestimmung wurde durch die Beauftragung vorgenommen. Nach eigenen Aussagen reagiert das Bistum damit auf eine seelsorglich "schwierige Situation", die durch die rückläufige Zahl von Diakonen und Priestern entstanden sei.

Lesen Sie auch:

Premiere in Deutschland

Mit diesem Schritt ist Essen das erste Bistum in Deutschland, das Laien für die Taufe einsetzt. Im Bistum Basel in der Schweiz oder in der österreichischen Diözese Linz wurden bereits Laien zum Taufdienst beauftragt. Diese dürfen in den Gemeinden an Stelle eines Priesters oder Diakons taufen. Dabei geht es vorwiegend um Säuglingstaufen. Taufen von Erwachsenen ab dem 14. Lebensjahr sind dem Bischof anzuzeigen, der entscheiden darf, diese Taufe selber vorzunehmen. Ursprünglich wurde die Taufe nur von Bischöfen und in der Regel in der Osternacht gespendet.

Nottaufe darf jeder

Im Notfall, zum Beispiel in Todesgefahr, ist es hingegen jedem, auch Nichtchristen erlaubt, die Taufe zu spenden. Dazu ist der Täufling mit Wasser zu übergießen oder unterzutauchen und die Taufformel „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ zu sprechen. Die generelle Beauftragung von Laien zum Taufdienst im Bistum Essen ist zunächst auf drei Jahre begrenzt. Außer dem reinen Mangel an Priestern und Diakonen nannte die Leiterin der Abteilung Glaube, Liturgie und Kultur im Bistum Essen, Theresa Kohlmeyer auch noch „ein hohes Bedürfnis der Tauffamilien nach einer möglichst individuellen Begleitung und Gottesdienst-Gestaltung" als Grund für die Beauftragung von Laien für den Taufdienst. DT/pwi

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bistum Essen Diakon Taufe

Weitere Artikel

Warum sind Kirchen geostet? Für die Kirchenväter war klar: Diese Perspektive bietet Zuversicht.
12.04.2026, 09 Uhr
Max Maletzki
Vom Bekenntnis des Thomas bis zur Gemeinschaft der Urkirche entfalten die Schrifttexte eine österliche Vision kirchlichen Wachstums – auch für die Gegenwart.
11.04.2026, 21 Uhr
Manfred Hauke
Viele Eltern lassen ihre Kinder an Ostern taufen. Doch was steckt hinter der Taufe – und welche Verantwortung geht mit ihr einher?
08.04.2026, 12 Uhr
Anna Weber

Kirche

Was bewegt Kirche und Welt? Die Redakteure der Tagespost diskutieren in ihrer neuen Podcast-Reihe einmal monatlich über die wichtigsten aktuellen Themen.
13.05.2026, 17 Uhr
Meldung
Der Vatikan stellt klar: Wie 1988 wären unerlaubte Bischofsweihen ein „schismatischer Akt“. Papst Leo bete um die Erleuchtung der Verantwortlichen.
13.05.2026, 15 Uhr
Meldung
Die Gruppe Courage will Homosexuelle zu einem lehramtskonformen Lebensstil ermutigen. Ein Papier aus dem Synodensekretariat rückt das Netzwerk auf durchsichtige Weise in negatives Licht.
13.05.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Wenn zwei streitbare katholische Intellektuelle aufeinandertreffen: Ostritsch und Striet diskutieren über Kant, Kirche und Freiheit
13.05.2026, 08 Uhr
Meldung