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Noch ist der Synodale Ausschuss nicht sicher

Die Frage der Finanzierung des Folgegremiums zum Synodalen Weg scheint immer noch unsicher zu sein. Konkrete Antworten, wer wieviel zahlen wird, gibt es nicht.
Frage der Finanzierung des Folgegremiums zum Synodalen Weg scheint immer noch unsicher zu sein
Foto: IMAGO/Sascha Steinach (www.imago-images.de) | Er soll kommen, der Synodale Ausschuss, doch wer am Ende wirklich die Rechnung zahlt, ist noch offen.

In der Vollversammlung des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD) war die Finanzierung des umstrittenen Synodalen Ausschuss gescheitert. Hier sind in Haushaltsfragen einstimmige Voten nötig und da vier Bischöfe nicht zugestimmt hatten, wird der VDD den Synodalen Ausschuss nicht finanzieren können. Seitdem wird spekuliert, wer denn nun zahlungswillig ist und wer nicht.

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Offen gesagt wird es nicht. Trotz unklarer Finanzen heißt es weiterhin, der Synodale Ausschuss, der wie der Synodale Weg insgesamt gemeinsam von der Deutsche Bischofskonferenz und dem ZdK getragen werde, komme – wie angekündigt – vom 10. bis 11. November 2023 in Essen zu seiner ersten Sitzung zusammen. Soweit die Pressemeldung der Deutsche Bischofskonferenz.

Ein neuer Verein

Zur Finanzierung, heißt es, bereiteten mehrere (Erz-)Bistümer derzeit die Gründung eines Rechtsträgers vor, über den die 23 Bistümer, die dies im Ständigen Rat im Juni 2023 zugesagt haben, die Finanzmittel zur Arbeit des Synodalen Ausschusses bis 2026 abwickeln können. Der Vorsitzende der Bischofskonferenzen sprach auf der Pressekonferenz in Wiesbaden von vier Bistümern, ohne deren Namen zu nennen. Neu ist die Information, dass die 23 Bistümer, die im VDD dem Vernehmen nach für die Finanzierung des Synodalen Ausschuss gestimmt haben, auch ihre definitive finanzielle Beteiligung zugesagt haben.

Nur sehr vage

Eine Nachfrage dieser Zeitung bei der Pressestelle der Deutsche Bischofskonferenz, welche Bistümer denn wirklich konkret die Finanzierung zugesagt haben, wurde nur mit einem allgemeinen Hinweis auf die Pressemeldung zur Abschlusspressekonferenz beantwortet. Es bleibt also immer noch abzuwarten, ob am Ende wirklich alle zahlen, ob nur teilnehmen darf, wer zahlt, oder ob die Ausschussmitglieder am Ende doch auf eigene Kosten anreisen und übernachten müssten.

Der Ehrlichkeit des Engagements für die Anliegen des Synodalen Weges wäre mit einer solchen Lösung in der Tat weit mehr gedient als mit der selbstverständlichen, kirchensteuerfinanzierten Aussicht auf ein Vier-Sterne-Hotel. Es bleibt also immer noch spannend, wer am Ende die Zeche für das zahlt, was der Synodale Weg so großzügig bestellt hat. Die so oft beschworene neue Transparenz sieht jedenfalls genauso nebelig aus wie die altbekannte kirchliche Transparenz in Finanzfragen.

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