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Limburger Regens tot aufgefunden

Unbekannte Todesursache. Christof May, Leiter des Priesterseminars stirbt, nachdem er vorher von allen Ämtern freigestellt wurde. Bistum kündigt Stellungnahme an.
Christof May
Foto: © Bistum Limburg | Christof May wurde in seiner Wohnung tot aufgefunden.

Wie mehrere Nachrichtenportale übereinstimmend berichten, ist im Laufe des gestrigen Tages Christof May, Regens des Bistums Limburg, tot aufgefunden worden. Das Bistum hatte seine Mitarbeiter in ein Mail darüber unterrichtet. Die Todesursache ist bislang unbekannt. Das Bistum hat für heute eine Stellungnahme angekündigt. Am Tag zuvor hatte Georg Bätzing den Regens seines Bistums wegen "Vorwürfen übergriffigen Verhaltens" von allen Ämtern freigestellt. Christof May wurde 49 Jahre alt und stammte aus dem Westerwald.

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Mail an Bistumsmitarbeiter

Der Hessische Rundfunk zitiert aus der E-Mail, die Pressesprecher Schnelle an die Mitarbeiter geschrieben hatte. Nachdem May in einem persönlichen Gespräch zu Vorwürfen wegen übergriffigen Verhaltens vom Bischof angehört worden sei, habe dieser ihn im Anschluss von allen Ämtern freigestellt, um die Vorwürfe prüfen und aufklären zu können. Angaben um welche Vorwürfe im Detail es geht, habe Schnelle nicht mitgeteilt. Das Bistum hat dem Hessischen Rundfunk zu Folge für heute eine Stellungnahme angekündigt.

Regens und Domherr

May war seit September 2018 Regens und wurde im Dezember 2019 zum Domkapitular ernannt. Vorher war er Pfarrer in St. Anna Braunfels und Bezirksdekan von Wetzlar und Lahn-Dill-Eder. Zusätzlich war May Bischofsvikar für Kirchenentwicklung. Er wurde bundesweit bekannt durch ein Video von einer Predigt aus der Kapelle des Limburger Bischofshauses, in dem er umfassende Reformen der Kirche forderte. Das Video ging viral und wurde von über 160.000 Usern gesehen.  DT/pwi


Info:

Anmerkung der Redaktion:
Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbsttötungen zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide.
Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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