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Bistum Aachen kritisiert Sparpläne bei der Entwicklungshilfe

Kahlschlag in der Entwicklungshilfe? Mit einem Brandbrief wandte sich das Bistum an die zuständigen Bundestagsabgeordneten.
Blick auf den Aachener Dom
Foto: Walter Rudolph via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Die kirchlichen Hilfswerke Misereor, Missio und die Sternsinger profitieren teilweise auch von staatlichen Geldern aus Steuermitteln.

Das Bistum Aachen hat die Sparpläne des Bundes in der Entwicklungshilfe kritisiert. In einem am Donnerstag auf der Bistumsseite teilweilse veröffentlichten Brief wandte sich der Leiter der bischöflichen Stabsabteilung „Kirche im Dialog“, Markus Offner, an die im Bistum zuständigen Bundestagsabgeordneten. Er forderte die Politiker auf, sich für eine solide finanzierte und handlungsfähige Entwicklungspolitik einzusetzen.  Wörtlich schrieb er: „Lassen Sie nicht zu, dass Deutschland seine Rolle als international geschätzter und glaubwürdiger Akteur aufs Spiel setzt.“

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Weiter schrieb er: „Sichern Sie ...die Existenzgrundlage vieler Menschen weltweit und leisten Sie damit auch einen Beitrag für Frieden und Sicherheit sowie die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europas!“ Die Kürzungen würden die Glaubwürdigkeit Deutschlands schwächen und dem Ansehen des demokratischen Gesellschaftsmodells schaden, so Offner, „vor allen Dingen gehen sie durch das Ausbleiben finanzieller Unterstützung von konkreten Projekten zulasten von zahllosen Menschen, die schon jetzt unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen“.

690 Millionen Menschen leben in extremer Armut

Laut dem Bistum Aachen, in dem Misereor, missio Aachen und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ihren Sitz haben, sind weltweit 690 Millionen Menschen von extremer Armut betroffen. Mehr als 100 Millionen Menschen seien auf der Flucht. „Angesichts dieser Tatsachen hält es das Bistum Aachen für unverantwortlich, wenn Deutschland seine Bemühungen im Kampf gegen die weltweite Armut einschränkt“, hieß es in dem Schreiben.

Mit Unverständnis und Bestürzung verfolge das Bistum „die aktuellen Diskussionen um die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit und der Humanitären Hilfe für die Länder des Südens und Ostens unserer Welt", hieß es weiter. Diese Diskussion werde nach Meinung des Bistums „von einer regelrechten Kampagne zur Diskreditierung der Entwicklungszusammenarbeit in einer unwürdigen Mischung aus nationalistischer Tonlage und Desinformation“ begleitet.

Für 2025 plant das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung das Etat um zwei Milliarden Euro zu kürzen. Für die Folgejahre hat das Ministerium bereits weitere Einsparungen im Visier. Teilweise profitieren die Hilfswerke selbst von den Steuergeldern. DT/dsc

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