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Bischof Voderholzer: Benedikt ist für mich ein Kirchenlehrer

Der Regensburger Oberhirte wandte sich aber gegen eine rasche Heiligsprechung des verstorbenen Papstes.
Bischof Rudolf Voderholzer steht neben einer Büste von Papst Benedikt XVI.
Foto: Armin Weigel (dpa) | Der Leiter des Instituts Papst Benedikt XVI., der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, steht am 22.02.2013 in Regensburg (Bayern) neben einer Büste von Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. ist in den Augen des Regensburger Bischof Rudolf Voderholzers ein „Kirchenlehrer“. Das Werk des Papstes aus Bayern werde sich „über die Jahrzehnte, vielleicht über die Jahrhunderte in seiner Fruchtbarkeit zeigen“, sagte der Regensburger Oberhirte am Sonntag während einer Wallfahrt des Ritterordens vom Heiligen Grab in Walldürn. Angesprochen auf das in der Kirche traditionelle Kriterium der Heiligsprechung vor der Zuerkennung des Kirchenlehrertitels, äußerte Voderholzer, der auch Direktor des Instituts Papst Benedikts in Regensburg ist, er lege bei der Bezeichnung „Kirchenlehrer“ für Papst Benedikt einen „weiteren Begriff zugrunde“. Seiner persönlichen Auffassung nach brauchten Heiligsprechungen Zeit. Mit dieser Auffassung bringe er keine Zweifel oder Bedenken in Bezug auf die Person Benedikts zum Ausdruck. Für ihn persönlich sei es eine „große Ehre“ die „editio typica“ der Werke Joseph Ratzingers gestalten zu dürfen. 

Jugendliche durch Veranschaulichung ansprechen

Auf die Frage nach einer gegenwartsbezogenen Deutung des Motivs „Hans im Glück“ in Ratzingers „Einführung in das Christentum“ erklärte der Regensburger Bischof, es sei für alle Verantwortungsträger in der Kirche eine große Herausforderung, der jungen Generation die Augen für die Schätze in der katholischen Kirche zu öffnen. Die Ergebnisse der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) hätten ihn persönlich ermutigt, denn es habe sich gezeigt, dass die religiöse Sozialisierung junger Menschen im Katholizismus im Vergleich zu anderen kirchlichen Gemeinschaften besser gelinge.

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Ursache dafür seien „Elemente der Verleiblichung und Veranschaulichung“, die den Alltag einbezögen. Als Beispiel dafür nannte der Regensburger Bischof „alle Formen der Volksfrömmigkeit“. Voderholzer erinnerte an die Einschätzung von Joseph Ratzinger, die Verteidigung des Glaubens angesichts vieler Missstände könne sich auf die Heiligen und die sakrale Kunst beschränken. Aus diesem Erbe ergebe sich die Pflicht, diese Schätze zu erschließen. Ausdrücklich wandte er sich gegen „einen Ästhetizismus, der nur am Vergangenen hängt“.  DT/reg

Lesen Sie mehr zum Gespräch mit Bischof Rudolf Voderholzer bei der Walldürner Wallfahrt in der kommenden Ausgabe der „Tagespost.“

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