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Oster zu Weltsynode: Wunderbares kirchliches Ereignis

Für den Passauer Bischof Stefan Oster war die Weltsynode eine geistliche Reise, auf der, anders als beim deutschen Synodalen Weg, der Heilige Geist der Protagonist gewesen sei, „nicht wir selber“. 
Für Bischof Stefan Oster war die Weltsynode eine geistliche Reise
Foto: picture alliance / Armin Weigel/dpa | Armin Weigel | Wir müssten vielmehr „lernen, Menschen zu werden, die gemeinsam auch auf den Heiligen Geist hören“, sagte der Passauer Bischfo Stefan Oster.

Kurz nach Ende des ersten Teils der Weltsynode und zur Auftaktsitzung des Synodalen Ausschusses hat Bischof Stefan Oster aus Passau noch einmal an die römische Weisung vom Januar erinnert: Wir hätten kein Recht, „neue Leitungsgremien einzuführen, zumal solche, die gewissermaßen die Entscheidungsbefugnis der Bischöfe beeinträchtigen oder zu etwas verpflichten wollen“, sagte er am Freitag im Gespräch mit dem bundesweiten christlichen Radiosender katholischer Prägung Radio Horeb. Er frage sich, so Oster, was dies „mit der sakramentalen Verfassung der Kirche“ zu tun habe. 

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Wenn er mit drei weiteren Bischöfen an dem Synodalen Ausschuss nicht teilnehme, dann nicht, um „zwei unterschiedliche Wege mit zwei unterschiedlichen Tempi“ zu gehen, sondern sich „auf einen gemeinsamen Weg mit der Weltkirche zu machen“. Sein Wunsch für die Zukunft der Kirche sei, dass der Herr „uns als Kirche immer wieder erneuern möge im Heiligen Geist, dass wir lernen, im Sinne des Papstes tatsächlich eine synodale Kirche zu werden, die gemeinsam unterwegs ist und gemeinsam auf den Geist Gottes hört“. 

Wunderbares kirchliches Ereignis

Auf den ersten Teil der Weltsynode zurückschauend, sprach Oster von einem wunderbaren kirchlichen Ereignis und einer geistlichen Reise, auf der auf den ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus hin der Protagonist der Synode der Heilige Geist sei, „nicht wir selber“. Wir müssten vielmehr „lernen, Menschen zu werden, die gemeinsam auch auf den Heiligen Geist hören“, so Oster. In Rom habe in diesem Sinne die Frage nach dem "Wie" der Synodalität im Vordergrund gestanden. 

Die Frage des Papstes sei gewesen: „Wie geht eine Kirche mit allen oder mit möglichst vielen, die versucht wirklich aus dem Heiligen Geist zu leben und auf den Heiligen Geist zu hören?“ An zweiter Stelle seien Gemeinschaft, Mission, Teilhabe behandelt worden, „zum Teil auch andere Themen, die, die in der Welt einfach da sind, in den verschiedenen Teilen der Welt“. Aber im Zentrum ging es „zunächst um die Frage, wie was bedeutet synodale Gemeinschaft zu sein“, und zwar nicht im Sinne einer politischen Versammlung. Einem Parlamentarismus habe der Papst erneut eine Absage erteilt. Nicht, weil er Parlament und Demokratie für schlecht halte, sondern er habe sagen wollen: „Wir sind hier anders unterwegs."

In Frankfurt war nicht der Heiligen Geist Protagonist

Vom Protagonisten des Heiligen Geistes sei bei den Synodalversammlungen in Frankfurt nicht gesprochen worden, verglich Oster. Dort seien die geistlichen Unterbrechungen „Einschübe in ein in ein eher kirchenpolitisch motiviertes Gespräch“ gewesen, bei dem „auch mit medialem und politischem Druck gearbeitet“ wurde und man „nicht zuerst versucht hat, gewissermaßen Minderheiten mitzunehmen, sondern eher, sie in jedem Fall zu überstimmen, in jedem Fall die Stimmenmehrheit sicherzustellen“, und zwar auch mit „Verfahrensmöglichkeiten, die die Satzung hergegeben hat oder eben auch nicht hergegeben hat“. Bestimmte Ergebnisse sollten mit Druck der Öffentlichkeit erreicht werden.

Ganz anders bei der Weltsynode, wo Papst Franziskus den Teilnehmern ein Schweigegebot auferlegt habe. „Das war aus meiner Sicht sehr, sehr hilfreich für wirklich freies, aus dem geistlichen, aus geistlicher Erfahrung und Atmosphäre kommenden Gespräches“, kommentierte der Passauer Bischof.  Er sei gespannt, wie beim Synodalen Ausschuss das Thema „Abstimmungsverhalten“ formuliert und wie mit Öffentlichkeit umgegangen werde. Die für Beschlüsse notwendige Zweidrittelmehrheit der Bischöfe sei derzeit umstritten.

Er selbst wolle, wo es möglich sei, „über die Synode erzählen, auch über das Thema Konversation im Heiligen Geist, über die Frage: Was können wir davon miteinander lernen?“ Dazu soll es in seinem Bistum einen Tag für pastorale Mitarbeiter geben, wo Oster mit dem Theologen Thomas Söding über die Synode sprechen werde „und dann auch sicher über den synodalen Ausschuss, zu dem wir beide ja unterschiedliche Standpunkte haben“.  DT/dsc 

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