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Woelki verteidigt gewaltsame Abwehr kriegerischer Angriffe

Gewaltsame Verteidigung aus Notwehr sei in engen Grenzen moralisch zu tolerieren, so Kardinal Woelki bei einem Soldatengottesdienst im Kölner Dom.
Man dürfe keinen radikalen Pazifismus aus dem Evangelium deuten, so Kardinal Woelki beim Internationalen Soldatengottesdienst.
Foto: Thomas Banneyer (dpa) | Man dürfe keinen radikalen Pazifismus aus dem Evangelium deuten, so Kardinal Woelki beim Internationalen Soldatengottesdienst.

Beim Internationalen Soldatengottesdienst im Kölner Dom hat der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die gewaltsame Abwehr kriegerischer Angriffe verteidigt. Er erinnerte laut der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) auch angesichts der aktuellen Kriege an die kirchliche Lehre vom „gerechten Krieg“, die sich einem radikalen Pazifismus entgegenstelle.

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Gleichzeitig gehörten, so der Kardinal, eine lang angelegte weltweite friedensethische Bildung und gewaltloser Widerstand dazu, um den Weg zum Frieden zu bereiten. Krieg und Gewalt seien immer ein Übel. „Stärker als alle Waffen ist unser Gebet“, betonte Woelki.

Woelki dankt Soldaten

 Das Evangelium dürfe aber nicht im Sinne eines radikalen Gewaltverzichts interpretiert werden. Eine gewaltsame Verteidigung aus Notwehr sei als „notwendig kleineres Übel“ in engen Grenzen moralisch vertretbar. Laut Woelki sei Notwehr gerechtfertigt, weil ohne sie Terror oder Despotie das Regiment übernehmen und Unheil über die Menschen bringen könnten. Soldaten käme dabei eine wichtige Rolle zu. „Dafür möchte ich Ihnen heute bei dieser Gelegenheit ganz einfach einmal Danke sagen“, so Woelki.

Den Gottesdienst kritisierten die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ sowie das Kölner Friedensforum. Laut KNA protestierten rund 20 Leute nahe der Kathedrale. An der Feier nahmen neben der ukrainischen Generalkonsulin Iryna Shum aus Düsseldorf auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker teil. DT/sdu/KNA

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