Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

„Wir stehen hier entgegen manchen Stimmen aus Rom“

Auf der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) wurden die Mahnungen aus dem Vatikan heftig kritisiert. Das ZdK hält an seiner Agenda fest, einen „Synodalen Rat“ auf Bundesebene ins Leben zu rufen.
ZdK hält an seiner Agenda fest, einen „Synodalen Rat“ auf Bundesebene ins Leben zu rufen.
Foto: Wolfgang Kumm (dpa) | Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat weitere Schritte zur Gründung des sogenannten Synodalen Rats auf den Weg gebracht.

„Wir stehen hier entgegen manchen Stimmen aus Rom“, so Birgit Mock, Vize-Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), auf der Vollversammlung des ZdK. Beim Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe habe es sich gezeigt, dass es nicht um ein „fachliches Ringen“ gegangen sei, es gehe um Macht: „Wir sind den deutschen Bischöfen dankbar, dass sie in Rom klare Kante gezeigt haben“.

Lesen Sie auch:
Lesen Sie auch:

Doppelspitzen bilden

Beim Synodalen Rat gehe es darum, „Doppelspitzen aus den verschiedenen Lebenswelten“ zu bilden und „gleichberechtigte Entscheidungen“ zu treffen. Sie sprach sich für das „Prinzip der geteilten Leitung“ aus: „Die paritätische Trägerstruktur, die wir uns im Synodalen Weg gegeben haben, ist mehr ist als äußere Kosmetik. Sie begründet einen Kulturwandel, der schon jetzt begonnen hat. Wir treten dafür ein, dass der Synodale Rat an diese erprobte und bewährte Parität anschließen wird.“

Thomas Söding, Vize-Präsident des ZdK und Präsidiumsmitglied des Synodalen Weges, sprach sich ebenfalls gegen die Mahnungen der Kurienkardinäle aus: „Beim Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe fiel von römischer Seite ein toxisches Wort. Es heißt: ‚sogenannt‘. Es gibt aber nicht ‚sogenannte systemische Ursachen des Missbrauchs‘, sondern reale. Deshalb braucht es auch keine sogenannten Reformen in der Machtstruktur der katholischen Kirche, sondern reale.“ Das Problem sei nicht der Synodale Weg, das Problem sei der Reformstau in der katholischen Kirche.

Wichtige Zukunftsfragen

Deshalb „gründen wir jetzt auf Bundesebene den Synodalen Rat und im Vorlauf den Synodalen Ausschuss. Dort werden „wichtige Zukunftsfragen der Kirche“ entschieden. Es gehe nicht mehr um gemeinsames Beraten, sondern um „gemeinsames Handeln“ von ZdK und Deutscher Bischofskonferenz. „Ich kann nur hoffen, dass auf Seiten der Bischofskonferenz verstanden wird, wie ernst es dem ZdK mit der Reform der Kirche ist“. DT/jga

Lesen sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen umfassenden Bericht zur Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Bischof Bischofskonferenz Synodaler Weg Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Weitere Artikel

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken zu den Landtagswahlen: Kann, wer „Hass und Hetze“ beklagt, zum Antisemitismus in der Berliner Linkspartei schweigen?
24.09.2026, 12 Uhr
Benjamin Leven
Der Mainzer Bischof Kohlgraf hat mit seinen Einlassungen zur Laienpredigt Reichweite erzielt. Anderes wäre wichtiger.
29.08.2026, 17 Uhr
Regina Einig
Das Erzbistum Hamburg setzt sein Sexualkonzept um – trotz der Klarstellung aus Rom, und folgt damit einem bekannten Muster.
20.08.2026, 11 Uhr
Sina Alsayed

Kirche

Kirchenvertreter und Jordaniens Großmufti verurteilen den Angriff auf eine orthodoxe Kirche und rufen zum Gebet und zum Zusammenhalt von Christen und Muslimen auf.
24.10.2026, 14 Uhr
Meldung
Der Vatikan hat kurzfristig entschieden: Die Pilger der „Summorum-Pontificum“-Wallfahrt dürfen den Petersdom nicht einmal betreten. Eine unnötige Grausamkeit.
24.10.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Ein mehrtägiges Ratzinger-Symposion an der Universität Wien versteht sich als Ouvertüre zum Gedenkjahr des vor 100 Jahren geborenen Theologen-Papstes.
24.10.2026, 18 Uhr
Meldung
Dogmatiker Jan-Heiner Tück würdigt Joseph Ratzingers Beitrag zum Zweiten Vatikanum und dessen Konzilsinterpretation bei theologischem Symposion an der Universität Wien.
24.10.2026, 08 Uhr
Meldung
Der Konflikt um die Neugestaltung des Altarraums der Basilika Weingarten geht in die nächste Runde: Neu aufgetauchte Unterlagen könnten die bisherigen Planungen infrage stellen.
23.10.2026, 14 Uhr
Meldung