Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Washington, D.C.

US-Bischöfe beschließen zentrales Meldesystem für Missbrauch

Mit großer Mehrheit haben die US-Bischöfe ein einheitliches Meldesystem für Missbrauchsfälle in der Kirche beschlossen.
Kirche in den USA: Meldesystem für Missbrauch
Foto: Julian Stratenschulte (dpa) | US-Bischöfe beschließen zentrales Meldesystem für Missbrauch (Symbolbild).

Die Bischöfe in der USA haben ein einheitliches Meldesystem für Missbrauchsfälle beschlossen. In Übereinstimmung mit dem „Motu Proprio“-Dekret Papst Franziskus' soll das System am 1. Juni 2020 einsatzbereit sein. Der stellvertretende Generalsekretär der US-Bischofskonferenz USCCB Anthony Picarello stellte dem Treffen der mehr als 300 Bischöfe die Lösung vor, die ein privates Unternehmen für die Kirche umsetzen soll.

Zentrale Erfassung, dezentrale Bearbeitung

Demnach wird bis zum kommenden Jahr eine zentrale Erfassungsstelle geschaffen, bei der Betroffene Missbrauchsfälle melden können. Diese werden dann an einen der 32 Metropolitan-Bischöfe, zuständigen Erzbischöfe in den Diözesen sowie den päpstlichen Nuntius weitergeleitet. Die Untersuchung der Einzelfälle obliegt nach den Plänen den Bischöfen in den jeweiligen Diözesen. „Wir wollen die Dinge so schnell wie möglich erledigen“, versprach der Vorsitzende der US-Bischöfe Kardinal Daniel N. DiNardo.

Meldesysteme der Bistümer werden vereinheitlicht

Einige Diözesen haben bereits Meldesysteme installiert, die demnach dann in der nationalen Missbrauchs-Hotline aufgehen werden. Bischof Robert D. Conlon aus Illinois, der an der Entwicklung des Plans mitwirkte, versicherte während der Diskussion, die Verbreitung der Telefonnummern und des Online-Meldesystem würde nun der Schlüssel sein. „Das letzte, was wir wollen, ist beschuldigt zu werden, das System nicht transparent zu machen.“

KNA / DT (jobo)

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Josef Bordat Erzbischöfe Missbrauchskrise Papst Franziskus Päpstlicher Botschafter

Weitere Artikel

Ein Blick auf die Nuntiatur seit dem Ende des Krieges – 3. Teil der Geschichte der Nuntiatur in Deutschland.
12.05.2026, 15 Uhr
Michael Feldkamp
Stabwechsel in der Berliner Nuntiatur: Der Vatikan schickt mit Erzbischof Hubertus Matheus Maria van Megen einen erfahrenen Diplomaten nach Deutschland.
16.04.2026, 19 Uhr
Hartmut Sommer
Papst Leo hat das Personenkarussell kräftig angeschoben. Da reicht auch ein ligurisches Mahl kaum aus, um sich über die Neuigkeiten auszutauschen.
12.04.2026, 07 Uhr
Mario Monte

Kirche

Das neue Vatikanpapier zum Papstamt belebt die ökumenische Debatte. Doch beim Katholikentag wurde deutlich: Der Weg zu einer gemeinsamen christlichen Stimme bleibt weit.
16.05.2026, 16 Uhr
Heinrich Wullhorst
Ralph Brinkhaus fordert mehr Gottesbezug, Kardinal Marx hält sich lieber an die Vernunft. Doch wie jenseitig dürfen politische Ratschläge der Kirche dann noch sein?
16.05.2026, 13 Uhr
Jakob Ranke
Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer verweist auf „Dynamiken“ bei der Prüfung der Satzung in den römischen Dikasterien.
16.05.2026, 12 Uhr
Meldung
Nikola Eterović ist Ende April als Nuntius ausgeschieden. Er hat sich auch grundsätzlich mit den Möglichkeiten der päpstlichen Diplomatie auseinandergesetzt.
16.05.2026, 19 Uhr
Michael Feldkamp