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Streit zwischen Vatikan und China: Einigung bis März möglich

Laut der italienischen Tageszeitung "Corriere della sera" steht eine Einigung zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China in der Diskussion um die Ernennung von katholischen Bischöfen bevor.
Joseph Zen Ze-kiun und Papst Franziskus
Foto: Paul Haring (KNA) | Kardinal Joseph Zen, emeritierter Erzbischof von Hongkong, und Papst Franziskus während der Generalaudienz am 10. Januar 2018 im Vatikan.

Laut der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" könnte es Ende März zu einer Einigung zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über das Vorgehen bei Bischofsernennungen kommen. Papst Franziskus habe bereits positiv entschieden. was den Heiligen Stuhl angehe sei "ab Ende März jeder Tag gut, um das Abkommen mit den chinesischen Autoritäten bezüglich der Prozedur zur Ernennung katholischer Bischöfe zu besiegeln", zitierte der "Corriere" in seiner Sonntagsausgabe eine nicht näher genannte Quelle, die aus dem Vatikan kommen soll. Gleichzeitig hieß es in dem Artikel, auf beiden Seiten werde mit großer Vorsicht vorgegangen. Es gebe Unsicherheit darüber, wer von chinesischer Seite wann und wo unterzeichnen werde. Und es könne immer "Überraschungen in letzter Sekunde" geben. Zuletzt wurde in westlichen wie chinesischen Medien vermehrt berichtet, die Verhandlungen stünden kurz vor dem Durchbruch.

Die Ernennung von katholischen Bischöfen ist ein Kernproblem in den diplomatischen Beziehungen beider Staaten. Peking sieht darin eine innerchinesische Angelegenheit. Neben einer staatsnahen und staatlich zugelassenen "Patriotischen Vereinigung" gibt es in China die sogenannte Untergrundkirche in Gemeinschaft mit dem Papst. Immer wieder gab es Bischöfe, die entweder nicht von Peking oder nicht vom Papst anerkannt waren. Gegen die Mitglieder der "Untergrundkirche" kommt es immer wieder zu staatlichen Sanktionen. Eine Einigung in der Frage wäre ein diplomatischer Durchbruch.

DT/KAP

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