Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um „5 vor 12“

Sterben lernen mit Chiara und Carlo

Letzter Ausweg Sterbehilfe? Junge Gläubige lehren die säkularisierte Öffentlichkeit, dass der Tod kein Grund zur Verzweiflung ist.
Kirchenredakteurin Einig, Christus auf dem Friedhof
Foto: DT / IMAGO / Norbert Neetz | Dem Tod mit Gottes Gnade ruhig entgegengehen – warum eigentlich nicht?

Was sich nur wenige Seelsorger heute in der Verkündigung und insbesondere Predigt zutrauen, gelingt den Franziskanern von Assisi in weltkirchlichem Maßstab: zeitgemäße Verkündigung über Tod und Sterben am Beispiel junger Christen. In Zeiten, in denen Hochbetagte mittels Sterbehilfe vor der letzten Bewährungsprobe auf Erden flüchten, lehren junge Gläubige die säkularisierte Öffentlichkeit, dass der Tod kein Grund zur Verzweiflung ist. Das weise Wort des heiligen Benedikt, dass der Herr manchmal den Jungen das Richtige eingibt, wird hier exemplarisch zur Katechese.

Lesen Sie auch:

Zehntausende kommen in die Heimat des Franziskus, um zu Carlo Acutis zu beten, der seinen letzten Weg couragiert und vorbereitet ging. In diesen Tagen kam nun Besuch aus Assisi nach Deutschland. Der geistliche Begleiter der 2012 im Alter von 28 Jahren verstorbenen Römerin Chiara Corbella Petrillo, Pater Vito d’Amato aus dem Franziskanerkonvent in Assisi, präsentierte auf seiner Rundreise durch Bayern und NRW die bewegende Lebensgeschichte einer jungen Mutter, über deren letzter Lebensetappe die denkbar schwerste Hypothek lastete: das Bewusstsein, ihr einziges Kind im Alter von einem Jahr zurücklassen zu müssen. Wer den entwaffnend ehrlichen Lebensbericht einer Schwergeprüften anschaut – die ersten beiden Kinder Chiaras starben wenige Stunden nach der Geburt, Freunde trennten sich von der Familie, die das Unglück anzuziehen schien – ahnt, dass gläubigen Menschen im Angesicht des Todes eine seelische Kraft geschenkt werden kann, die man sich nicht antrainieren kann, sondern schenken lassen muss. Dem Tod mit Gottes Gnade ruhig entgegengehen – warum eigentlich nicht? In Zeiten, in denen erfolgreiche Prominente am Ende ihres Lebens gescheitert bei Sterbehilfeagenturen landen, bietet die Kirche eine echte Alternative.

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Regina Einig Katechese Seelsorgerinnen und Seelsorger Sterbehilfe

Weitere Artikel

Die junge Generation will das „ganze Paket“ katholischen Glauben, schreibt Pater Bernhard Gerstle. Und es gibt Bekehrungen; dort, wo Kirche und Bischöfe treu zur katholischen Lehre stehen.
06.06.2025, 09 Uhr
Bernhard Gerstle
Die Mehrheit der Slowenier stimmte am Sonntag gegen ein bereits verabschiedetes Gesetz zum selbstbestimmten Tod. Eine Petition brachte die wiederholte Abstimmung zustande.
24.11.2025, 11 Uhr
Meldung

Kirche

Die Linkspartei erlebt einen Höhenflug. Doch ist er von Dauer? Gegen den Wiederaufstieg helfen nur zwei Dinge, schreibt Hubertus Knabe.
11.12.2025, 21 Uhr
Hubertus Knabe
Das Erzbistum Köln und der Neokatechumenale Weg feiern in Bonn; die Vision einer Kirche, die sich senden lässt.
11.12.2025, 19 Uhr
Beatrice Tomasetti
Mit ihrem Schulpapier geben katholische Bischöfe politischem und medialem Druck Richtung „sexueller Vielfalt“ nach. Doch wieder hinkt die Kirche in Deutschland einen Schritt hinterher.
11.12.2025, 17 Uhr
Franziska Harter
Hochschulinitiative FOCUS stellt Arbeit an der Katholischen Studentengemeinde ein.  Wie die Missionare den Rückzug begründen.
11.12.2025, 15 Uhr
Meldung
Frauen zu Diakoninnen zu weihen wäre diskriminierend – Anmerkungen zum vatikanischen Kommissionsbericht.
11.12.2025, 13 Uhr
Manfred Gerwing