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Seewald würdigt Benedikts „außergewöhnliche Kontinuität in der Lehre“

Rückendeckung in Schmaus-Debatte: Ratzingers Habilitationsschrift habe nichts an Bedeutung eingebüßt, so der Papstbiograf Peter Seewald.
Papstbiograf Peter Seewald stellt sich in Gutachten-Debatte hinter Benedikt
Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber (www.imago-images.de) | Ratzinger habe in seiner Habilitationsschrift herausgestellt, dass Geschichte nicht als eine Abfolge beliebiger Ereignisse zu betrachten sei, sondern als die zeitliche Verknüpfung des göttlichen Ursprungs mit dem ...

Der Journalist und Papstbiograf Peter Seewald hat die Habilitationsschrift Joseph Ratzingers gewürdigt. Die Ausfaltung der Geschichtstheologie Bonaventuras, die der junge Fundamentaltheologen Joseph Ratzinger Mitte der 50er Jahre verfasste, habe nichts an Bedeutung eingebüßt, sagte Seewald am Montagabend in der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT).

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Ratzinger habe herausgestellt, dass Geschichte nicht als eine Abfolge beliebiger Ereignisse zu betrachten sei, sondern als die zeitliche Verknüpfung des göttlichen Ursprungs mit dem Ende der Welt. Sowohl Joachim von Fiore (1135-1202) als auch Bonaventura (1218-74) hätten im heilsgeschichtlichen Ablauf dabei eine Zeit des Geistes kommen sehen, in der die Kirche wieder als „Kirche der Armen“ – das heißt der einfach und entschieden Glaubenden – gelten würde.

Seewald: Ratzingers Studien müssen nicht mehr nachgebessert werden

Diesen Gedanken, so Seewald, habe Ratzinger aufgenommen, als er in seiner Vision von 1970 davon sprach, die Kirche werde „klein werden“, und „mit der Zahl der Anhänger viele Privilegien in der Gesellschaft verlieren. Als eine „Kirche der Kleinen“ werde sie ihre eigentliche Mitte wieder in Glaube und Gebet erkennen. So könne nach einer Zeit der Prüfungen und Trennungen aus einer verinnerlichten und vereinfachten Kirche große Kraft strömen.

Das kürzlich veröffentlichte Gutachten des Münchner Dogmatikers Michael Schmaus, der die erste von Ratzinger bei seinem Fachkollegen Gottlieb Söhngen eingereichte Fassung der Arbeit ablehnte, hatte eine Debatte über die Theologie des verstorbenen Papstes und die Rolle des Zweitgutachters entfacht.   

Laut Seewald, der mehrere Interviewbände mit Joseph Ratzinger veröffentlichte, ist die Habilitationsschrift Ratzingers ein Beispiel für eine „außergewöhnliche Kontinuität in seiner Lehre“. Einmal ausgearbeitet, müssten seine Studien im Grunde nicht mehr nachgebessert werden.

Die Kölner Tagung, die sich mit dem sozialethischen Erbe von Joseph Ratzinger befasst, endet an diesem Donnerstag.  DT/reg

Lesen Sie weitere Hintergründe zur Debatte um Ratzingers Habilitationsschrift und die Tagung an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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