Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Intervention in Rom

Podschun: Synodalen Ausschuss trotz Verbots beraten

Der BDKJ-Bundesvorsitzende Gregor Podschun wirft den Bischöfen falsch verstandenen Gehorsam vor.
Gregor Podschun, BDKJ-Bundesvorsitzender
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L)

Nach der Intervention aus Rom gegen den Synodalen Ausschuss hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Bischöfe aufgefordert, die Satzung trotz römischen Verbots zu beraten, sodass die Arbeit des Ausschusses wie geplant im Juni weitergehen kann. Das berichtete das Internetportal „katholisch.de" am Dienstag. „Wir können die erneuten Einwände seitens des Vatikans in keinerlei Weise nachvollziehen", zitiert das Portal den BDKJ-Bundesvorsitzenden Gregor Podschun. Viele jungen Katholiken seien verärgert, „wenn jetzt schon wieder durch die Bischöfe die notwendigen Prozesse verzögert werden".

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Weiter erklärte Podschun, die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) vom vergangenen Herbst zeige deutlich, dass sich viele Katholiken Reformen in ihrer Kirche wünschten. Man könne die Verantwortung nicht nur nach Rom schieben. Den Bischöfen warf er vor, falschverstandene Gehorsamkeit über ein Aufbrechen der wirkenden Systeme in der Kirche zu stellen, die auch Missbrauch erleichterten. Wörtlich sagte er: „Sie verweigern sich so den notwendigen Reformen, die uns unter anderem die Missbrauchsstudien aufzeigen und die die meisten Gläubigen erwarten."

Podschun sieht keine Gefahr einer Kirchenspaltung

Das jüngste Schreiben aus dem Vatikan konterkariere allen Einsatz, alle Erwartungen und die notwendigen Reformen des Synodalen Weges. Das sei verheerend, so Podschun, schließlich sei das Ziel des Synodalen Weges gewesen, Diskriminierung anzugehen „Leid und Gewalt zu verhindern, die systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt zu beseitigen und auf diese Weise neu auf das Evangelium der Befreiung zu hören."

Den Vorwurf Roms, der Synodale Ausschuss berge die Gefahr einer Kirchenspaltung, wies der BDKJ-Vorsitzende entschieden zurück. Der Ausschuss wolle nicht, was Rom fabuliere. Es sei vielmehr ein Ort, an dem ein gemeinsames Verständnis von Synodalität erarbeiten werden soll. Zudem seien beide Gremien vom Synodalen Weg beschlossen worden.

Am Wochenende haben die deutschen Bischöfe einen Brief aus Rom erhalten, in dem der Vatikan nahelegte, nicht über die Satzung des geplanten Synodalen Ausschusses abzustimmen. Die Bischöfe sind der Bitte nachgekommen und haben den entsprechenden Tagesordnungspunkt gestrichen.  DT/dsc

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