Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

Pax Christi: Kriminalisierung von Seenotrettung beenden

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi beklagt die Lage der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer
Eine Schwimmweste liegt auf den Felsen entlang der spanischen Küste
Foto: Javier Fergo (AP) | Eine Schwimmweste liegt auf den Felsen entlang der spanischen Südküste. Foto: Javier Fergo/AP/dpa

Die Pax Christi-Bundesvorsitzende Stefanie Wahl forderte am Mittwoch in Berlin zugleich von der Europäischen Union ihrer humanitären Verantwortung gerecht zu werden. Der Umgang mit der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer habe sich im Laufe des Sommers verschärft. Schiffe der zivilen Seenotrettung seien festgesetzt, die Seeraumüberwachung zum Teil eingestellt und Schiffe mit Geretteten an Bord die Einfahrt in europäische Häfen verwehrt worden.

Pax Christi fordert sichere Fluchtwege, faire Asylverfahren und die Unterstützung ziviler Rettungsschiffe

Die Delegiertenversammlung der katholischen Friedensbewegung forderte von der Bundesregierung, sich für sichere Fluchtwege, faire Asylverfahren und die Unterstützung ziviler Rettungsschiffe und Aufklärungsflugzeuge einzusetzen. "Die Kriminalisierung von Seenotrettung und Festsetzung von Rettungsschiffen ist sofort zu beenden", so Stefanie  Wahl. Die Schutzbedürftigkeit von schutzsuchenden Menschen müsse wieder in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Bundesregierung solle sich ferner dafür stark machen, dass die EU-Staaten ihren menschenrechtlichen und seerechtlichen Verpflichtungen zur Seenotrettung unverzüglich gerecht werden.

Papst Franziskus: "Es ist nicht hinnehmbar, dass das Mittelmeer ein Massengrab wird"

Seenotrettung und Flüchtlingsschutz seien ein Gebot der Humanität, betonten die Delegierten. Die Friedensbewegung zitierte die Worte von Papst Franziskus: "Es ist nicht hinnehmbar, dass das Mittelmeer ein Massengrab wird." Tausende von ertrunkenen Menschen seien Ausdruck einer humanen Tragödie, die sich an Europas Außengrenzen abspiele. Sie sei die Folge "einer Politik der zunehmenden Schutzverweigerung an den EU-Außengrenzen und der immer rigideren Abschottung und Abschreckung".

34.361 registrierte Todesopfer in den vergangenen 25 Jahren

Von 1993 bis Mai 2018 sind bei Fluchtversuchen mindestens 34.361 Menschen im Mittelmeer ertrunken, so die Nichtregierungsorganisation „United for Intercultural Action“ auf ihrer website (als pdf-Datei zum runterladen), die eine Liste der Opfer führt. Wie viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Dürre und Armut in den letzten Jahren insgesamt im Mittelmeer ums Leben kamen, ist unbekannt.

DT (jbj) / KNA

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Papst Franziskus pax christi Deutsche Sektion

Weitere Artikel

Nahost-Experte Stefan Maier erklärt im Gespräch, warum der Libanon – einst die „Schweiz des Orient“ – immer fragiler wird.
19.04.2024, 09 Uhr
Stephan Baier
Der traditionsreiche „Europa-Preis Coudenhove-Kalergi“ geht in diesem Jahr an die Präsidentinnen des Kosovo und Moldawiens.
19.04.2024, 08 Uhr
Meldung
Der Iran versucht jetzt mit rhetorischer Kraftmeierei gegen Israel eine weitere militärische Konfrontation zu vermeiden.
17.04.2024, 18 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Mit Hinweis auf den Papst, erklärte der Görlitzer Bischof Vertretern der Evangelischen Kirche, dass der Heilige Geist Protagonist einer Synode sein müsse. 
20.04.2024, 16 Uhr
Der von Papst Paul VI. eingeführte Weltgebetstag um geistliche Berufungen hat nichts von seiner Dringlichkeit verloren, schreibt Markus Hofmann.
20.04.2024, 19 Uhr
Markus Hofmann