Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Segnungen homosexueller Paare

Parolin: Ortskirche kann nicht im Alleingang entscheiden

Segnungen homosexueller Paare entsprächen nicht der offiziellen kirchlichen Lehre, so der vatikanische Staatssekretär. Es müsse eine Diskussion mit Rom und der Weltkirche geben.
Kardinal Pietro Parolin wiederholt vatikanische Position von 2021
Foto: IMAGO/Grzegorz Galazka (www.imago-images.de) | Wörtlich erklärte Parolin: „Gewiss muss es eine Diskussion mit Rom und der übrigen Weltkirche geben, um zu klären, welche Entscheidungen zu treffen sind.“

Der vatikanische Kardinalstaatssektretär Pietro Parolin hat sich zurückhaltend zum Beschluss des Synodalen Wegs in Deutschland geäußert, Segnungsfeiern für homosexuelle Paare durchzuführen. Eine Ortskirche könne nicht im Alleingang über eine Frage entscheiden, die die Lehre der Universalkirche betreffe, erklärte Parolin am Montagabend am Rande einer Buchvorstellung in Rom. Derartige Segnungen seien nicht im Einklang mit der offiziellen Lehre der Kirche.

Parolin wiederholt vatikanische Position von 2021

Wörtlich erklärte Parolin: „Gewiss muss es eine Diskussion mit Rom und der übrigen Weltkirche geben, um zu klären, welche Entscheidungen zu treffen sind.“ Zudem bekräftigte er die Position des Vatikans zu Segnungsfeiern für Homosexuelle, die die vatikanische Glaubensbehörde bereits 2021 schriftlich formuliert hatte: Demnach habe die katholische Kirche nicht die Vollmacht, Verbindungen von gleichgeschlechtlichen Paaren zu segnen.

Lesen Sie auch:

Das Votum der deutschen Bischöfe, so Parolin weiter, müsse in den von Papst Franziskus initiierten Synodalen Weltprozess eingebracht werden. Dieser wird noch bis 2024 andauern. Als „gutes Zeichen“ bezeichnete es der vatikanische Staatssekretär, dass die Kirche in Deutschland mit den Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare noch bis 2026 warten wolle. Dass die Entscheidung des deutschen Synodalen Wegs ein „Akt der Rebellion“ sei, wie Parolin zurück. „Innerhalb der Kirche hat es immer wieder Spannungen und unterschiedliche Positionen gegeben.“  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Papst Franziskus Pietro Parolin Weltkirche

Weitere Artikel

Der Papst sieht den Moment gekommen, die Künstliche Intelligenz zu „entwaffnen“. Eigentlich geht es in „Magnifica humanitas“ aber eher um das „technokratische Paradigma“.
27.05.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Ein Jahr Papst Leo: Die Spiritualität des Robert Prevost und der Beitrag der amerikanischen Kardinäle.
08.05.2026, 05 Uhr
Guido Horst
Das Programm des Konsistoriums Ende Juni steht nun fest. Papst Leo XIV. will mit den Kardinälen über die internationale Lage und künstliche Intelligenz beraten.
11.06.2026, 11 Uhr
Guido Horst

Kirche

Christus sendet nicht nur die Apostel aus, sondern beruft alle Getauften zu seinem priesterlichen, königlichen und prophetischen Amt – ausgedrückt in der Mitfeier der Messe.
13.06.2026, 21 Uhr
Manfred Hauke
Dritter Teil der Reihe zu den Leo-Päpsten: Die Amtszeit Leos III. steht für die „Translatio Imperii“– für die Übertragung der römischen Kaiserwürde an die Franken.
14.06.2026, 15 Uhr
Dirk Weisbrod
Eine Carbonara zu Füßen von Giordano Bruno regt dazu an, auch moderne Häresien in den Blick zu nehmen.
14.06.2026, 05 Uhr
Mario Monte
Die US-Bischöfe weihten die USA dem Heiligsten Herzen Jesu und riefen dazu auf, die eigene Identität nicht aus Erfolg und Leistung, sondern aus Gottes Liebe zu empfangen.
12.06.2026, 14 Uhr
Meldung