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Nikodemus Schnabel: Christen „vulnerabelste Gruppe“

Angesichts der anhaltenden Kriegssituation im Heiligen Land seien Christen die Gruppe, die es „am härtesten trifft“, so der Abt der Jerusalemer Dormitio-Abtei.
Nikodemus Schnabel OSB
Foto: IMAGO/Paul-Philipp Braun (www.imago-images.de) | Er wird gehört: Der Benediktinerabt Nikodemus Schnabel, hier bei einem Podium auf dem Katholikentag in Erfurt, ist ein gefragter Gesprächspartner.

Kurz vor Weihnachten hat der Abt der Jerusalemer Dormitio-Abtei, Nikodemus Schnabel OSB, die Christen zu mehr Solidarität mit ihren Glaubensbrüdern aller Konfessionen im Heiligen Land aufgerufen. In einem Interview mit dem bundesweiten christlichen Radiosender „Radio Horeb“ sagte Schnabel am Freitag, wenn man die Solidarität von Juden und Muslimen mit ihren jeweiligen Glaubensgeschwistern mit der der Christen vergleiche, sei da „wirklich noch Luft nach oben“.

Er vermisse es bei den Kirchengemeinden das Bewusstsein dafür, dass es Glaubensgeschwister am Ort des Ursprungs des Christentums gebe. Stattdessen habe er das Gefühl, es gebe angesichts des nicht enden wollenden Krieges im Heiligen Land „viele Christen, die sagen, aufgrund meines Glaubens muss ich jetzt an der Seite Israels stehen oder aufgrund meines Glaubens muss ich an der Seite Palästinas stehen“.

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Dabei seien die Christen im Heiligen Land selbst die „vulnerabelste Gruppe von allen“. Die nur etwa zwei Prozent Christen in Israel und Palästina seien auch noch auf sehr verschiedene Konfessionen aufgeteilt und hätten keine große Lobby. Gerade die palästinensischen Christen seien in der andauernden Situation schwer getroffen, da sie, etwa in Bethlehem, hauptsächlich von Tourismus und den Pilgern lebten: „Der klassische Christ ist entweder Restaurantbesitzer, Taxifahrer oder Busunternehmer oder Busfahrer. Die haben alle jetzt seit dem 7. Oktober letzten Jahres keine Arbeit, sind arbeitslos“, so Schnabel. Insofern seien sie die Gruppe, die es „am härtesten trifft“. Schließlich sei der Tourismus auch nicht erst mit Beginn des Hamas-Überfalls und des Gaza-Krieges eingebrochen, sondern bereits im Rahmen der Corona-Pandemie. Auch sein Kloster habe deshalb zuletzt 2019 einen Überschuss erwirtschaften können.

Das Weihnachtsfest ist in Israel kein Feiertag. Während die westkirchlichen Konfessionen wie die Katholiken am 25. Dezember feiern, begehen die meisten Ostkirchen Weihnachten am 7. Januar, die armenische apostolische Kirche feiert Weihnachten zusammen mit Epiphanie am 25. Januar. DT/jra

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