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Nigeria: Diese Schulmädchen überlebten ihre Entführung durch Boko Haram

Jahre nach der Entführung von mehr als 200 christlichen Schülerinnen durch Boko Haram versammelt ein Dokumentationsband deren Zeugnisse.
Entführte Schülerinnen in Nigeria
Foto: Sunday Aghaeze (Nigeria State House/AP) | Das von der nigerianischen Regierung veröffentlichte Foto zeigt Angehörige, die 2017 in Abuja (Nigeria) auf ihre entführten und nun freigelassenen Töchter treffen.

In seinem Brief an die Philipper ermahnte der heilige Paulus die Gläubigen, dass sie so leben sollten, wie es dem Evangelium Christi entspreche und dass sie sich in keinem Fall von ihren „Gegnern einschüchtern“ lassen dürften: „Denn euch wurde die Gnade zuteil, für Christus da zu sein, also nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch seinetwegen zu leiden“.

Sie waren ihren Geiselnehmern ausgeliefert

Die meisten von uns könnten sich nicht vorstellen, solche Worte tatsächlich auch zu leben, wie das christliche Portal „The Christian Post“ bemerkt, „doch die nigerianischen Schulmädchen, die vor fast acht Jahren von der nigerianischen Terrorgruppierung Boko Haram entführt wurden, können es“. Die Geschichten der jungen Frauen, die nun Anfang 20 sind, werden in dem neuen Buch „Bring Back Our Girls: The Untold Story of the Global Search for Nigeria’s Missing Schoolgirls“ dokumentiert.

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Der Albtraum habe am 14. April 2014 begonnen, als bewaffnete Mitglieder der Terrorgruppe in die überwiegend von Christen bewohnte Stadt Chibok eindrangen und auf der Suche nach Lebensmitteln und einem Ziegelbrenner gewesen seien: „Nachdem sie die 276 jungen Mädchen aus dem Schlaf gerissen hatten, beschlossen sie schließlich, sie als Gefangene zu nehmen. Sie brannten die Schule nieder, bevor sie im wilden nördlichen Buschland verschwanden“. Die multinationale Suche nach ihnen habe jedoch keinen großen Erfolg gehabt. Die Mädchen, von denen die meisten Christen waren, seien ihren Geiselnehmern ausgeliefert gewesen.

Im Leidensweg Mariens erkannten sie sich selbst

Während die muslimischen Klassenkameradinnen mit Boko-Haram-Kämpfern zwangsverheiratet wurden, „sahen sich die christlichen Schulmädchen einer brutalen Wahl ausgesetzt. Sie konnten zum Islam konvertieren und ebenso in eine Heirat gezwungen werden, oder sie konnten sich weigern und jede vorstellbare Form von Zwangsarbeit, Übergriffen und Entbehrungen erleiden“, heißt es auf dem christlichen Online-Portal weiter. Für die Mädchen „war die Antwort klar“. Sie würden sich nicht unterwerfen. „Alles, was passiert, passiert“, sagten sie sich. 

Drei Jahre lang seien die Mädchen dem Verhungern nahe gewesen und „zu Knochenarbeit gezwungen“ worden. Die Autoren der Dokumentation, Parkinson und Hinshaw, beschreiben ihren Mut: „Auf die Gefahr von Schlägen und Folter flüsterten sie nachts gemeinsam Gebete und lernten das Buch Hiob aus einer eingeschmuggelten Bibel auswendig. In geheime Tagebücher schrieben sie Lukas 2 ab, weil sie sich im Leidensweg Mariens selbst erkannten, Jesus zur Welt zu bringen. Sie übertrugen Umschreibungen von Psalmen in einer schlingenreichen Jungmädchen-Handschrift: ‚Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe‘ (22,3“. Die Autoren interviewten etwa 20 der jungen Frauen: „Wir fanden [etwas] heraus, das von einem großen Teil der Auslandsberichterstattung ausgelassen wurde. Wir erkannten deutlich, dass der Wille der jungen Mädchen zu überleben, untrennbar von ihren religiösen Überzeugungen war“.

Von den „Chibok Girls“ konnten 163 entweder entkommen oder wurden schließlich freigelassen. Mindestens dreizehn seien in der Gefangenschaft gestorben, bemerkt die Christian Post. Der Verbleib von fast 100 Mädchen bleibe unbekannt.  DT/ks

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