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Missbrauch in Spanien: Kirche als Sündenbock?

Die spanische Diskussion über sexuellen Missbrauch ist verzerrt - das zeigt der jüngst veröffentlichte Missbrauchsbericht.
Spanischer Missbrauchsbericht wirft Fragen auf
Foto: IMAGO/Lars Froehlich (www.imago-images.de) | Der spanische Bericht verdeutlicht, wo das eigentliche Problem des sexuellen Missbrauchs liegt, die Fälle im kirchlichen Bereich machen nur einen kleinen Teil der Gesamtzahl im gesellschaftlichen Kontext aus.

Ende Oktober wurde in Spanien ein Bericht über sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich veröffentlicht. Der Bericht wurde vom „Hohen Kommissar des spanischen Parlaments für die Einhaltung der Grundrechte“ (Ombudsmann), dem Sozialisten Ángel Gabilondo, erstellt.

Schon allein dies wirft Fragen auf: Die Aufgabe des Ombudsmanns, wie der spanische Titel „Verteidiger der Bürger“ verdeutlicht, besteht darin, die Interessen eben dieser Bürger vor staatlichen Eingriffen zu schützen. Was hat dies mit einer unabhängigen Institution wie der Katholische Kirche zu tun? Der Bericht weist schwerwiegende methodische Mängel auf, da er tatsächliche Missbrauchsfälle – er erwähnt 487 zusätzliche Opfer für 1950 bis 2022 neben den 1.430 Fällen, die von der Kirche selbst angegeben wurden – mit den Ergebnissen einer Umfrage vermengt.

Wo das eigentliche Problem des sexuellen Missbrauchs liegt

Auch die Umfrage wirft Fragen auf: Wie wurden die Befragten ausgewählt, welcher Fragebogen wurde verwendet, wie glaubwürdig sind die Antworten? Der Bericht verdeutlicht, wo das eigentliche Problem des sexuellen Missbrauchs liegt, die Fälle im kirchlichen Bereich machen nur einen kleinen Teil der Gesamtzahl im gesellschaftlichen Kontext aus.

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Selbst wenn man den Umfrageergebnissen Glauben schenken mag, würde dies bedeuten, dass 11,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, aber nur 1,13 Prozent im kirchlichen Bereich vor ihrem 18. Lebensjahr sexuell missbraucht wurden. Mehr als 90 Prozent der Opfer wurden in anderen Teilen der Gesellschaft sexuell missbraucht, wobei mehr als ein Drittel dieser Fälle innerhalb der Familie auftraten.

Wenn das Parlament den von ihm selbst in Auftrag gegebenen Bericht ernst nimmt, sollte es Maßnahmen gegen den sexuellen Missbrauch in der Gesellschaft ergreifen. Das alleinige Anprangern der Katholische Kirche kann nur den Zweck haben: die Kirche soll diskreditiert werden, indem sie instrumentalisiert wird.

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José García Katholische Kirche Missbrauchsaffären

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