Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Spanien

Kaum Interesse am Synodalen Prozess in Spanien

Der emeritierte Madrider Erzbischof Kardinal Antonio María Rouco Varela beschreibt die Situation der katholischen Kirche in Spanien.
Kardinal Varela
Foto: Jose_Huesca (EFE/epa) | Kardinal Antonio Maria Rouco Varela spricht mit der Tagespost über das geringe Interesse an der Weltsynode in Spanien.

Der emeritierte Madrider Erzbischof Kardinal Antonio María Rouco Varela hat im Gespräch mit dieser Zeitung ein sehr geringes Interesse der Gläubigen in Spanien für den Synodalen Prozess festgestellt. Die Beteiligung der Gläubigen, der geistlichen Bewegungen und auch der Priester an der diözesanen Vorbereitungsphase sei „sehr bescheiden“ gewesen sagte der 86-Jährige, der viele Jahre als Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz amtete.

Lesen Sie auch:

Synodalität kaum ein Thema

Er habe den Eindruck, dass man im Vorfeld der Bischofssynode über die synodale Kirche „über alles Mögliche außer der Synodalität selbst spricht.“ Nach der Lektüre der Arbeitsdokumente Instrumentum Laboris I und II, so Kardinal Rouco Varela, sollte die Synodalität im Mittelpunkt stehen. Diese sei kein neuer Begriff, zumindest aus der Sicht der Kanonistik. Die Praxis sieht aus Sicht des emeritierten Madrider Erzbischofs allerdings anders aus: „Unter dem Vorwand der Synodalität sind in Spanien andere Themen im Hinblick auf die Synode angesprochen worden.“

Dass das Interesse am Synodalen Prozess so gering sei, begründet er damit, dass „die meisten Leute mit anderen Problemen beschäftigt sind. Wie man an die Machthebel in der Kirche kommt, ist eine Frage, die sich für viele gar nicht stellt.“ Auch angesichts der politischen Lage in Spanien hätten die Katholiken andere Sorgen, vor allem die Zukunft des Lebensrechts und der Familienrechte. DT/reg

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost ein Interview mit Erzbischof Antonio María Kardinal Rouco Varela.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Antonio María Rouco Varela Bischofskonferenz Erzbischöfe Kardinäle Katholikinnen und Katholiken Regina Einig

Weitere Artikel

Wenn der Römer essen geht, darf es auch mal der Chinese sein. Das reicht für eine Nachbetrachtung zum Konsistorium.
18.01.2026, 05 Uhr
Mario Monte
Abrechnung mit Franziskus: Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen ließ bei dem Kardinalstreffen in Rom offenbar kein gutes Haar am Synodalen Prozess des verstorbenen Papstes.
13.01.2026, 10 Uhr
Meldung
Die Kardinalsversammlung in Rom ist ohne Ergebnisse oder neue Ideen zu Ende gegangen. Dem Papst ging es darum, das Band der Einheit zu stärken. Aber viele fehlten.
09.01.2026, 10 Uhr
Guido Horst

Kirche

Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Johannes Hartl hat theologische Ansätze kritisiert, die überlieferte Glaubenswahrheiten relativieren. Warum Hartl recht und seine Kritiker unrecht haben.
12.02.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
... sicherlich mehr als nur Orte der Stille und Besinnung: Die Horváth-Studie legt die Erwartungen der Menschen an die Institution in Deutschland offen.
12.02.2026, 15 Uhr
Barbara Stühlmeyer
Christen brauchen die Eucharistie und den Sonntag! Die heiligen Märtyrer von Abitene legen ein Zeugnis für die Heiligung des Sonntags ab.
12.02.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Vor dem Landgericht München II müssen sich zwei Angeklagte wegen Untreue und Bestechlichkeit verantworten. Der ehemalige Bischof Gregor Hanke sagt als Zeuge aus.
11.02.2026, 11 Uhr
Meldung