Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Queerpastoral aufgewertet

Kardinal Marx will umstrittene Segensfeiern in München einführen

Die Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ soll im Erzbistum München und Freising „Grundlage des seelsorglichen Handelns“ werden. Das geht aus einem Schreiben des Erzbischofs hervor.
Kardinal Reinhard Marx
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Die Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ soll nach einem Schreiben des Erzbischofs, das der Redaktion vorliegt, „Grundlage des seelsorglichen Handelns“ werden und auch für geschieden wiederverheiratete, ...

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Priester und hauptamtlichen Mitarbeiter in seinem Bistum aufgefordert, die umstrittene Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ für Paare, die keine sakramentale Ehe eingehen können, einzuführen.

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Die Handreichung, die den Maßgaben des Vatikans klar zuwiderläuft, soll nach einem Schreiben des Erzbischofs, das der Redaktion vorliegt, „Grundlage des seelsorglichen Handelns“ werden und auch für geschieden wiederverheiratete, gleichgeschlechtliche und queere Paare gelten. Die Bitte des Münchner Oberhirten, die Handreichung in den Pfarreien und deren Gremien bekannt zu machen, paart sich mit einem unverhohlenen pädagogischen Anspruch: Der „theologische Sinn“ des umstrittenen Textes soll nach dem Willen des Kardinals allen erläutert werden, „die sich mit dieser Segnung noch schwertun“.

Marx: Kein Paar soll abgewiesen werden

Marx zufolge macht die Handreichung deutlich, „dass es sich bei der Segnung nicht um die Feier einer sakramentalen Ehe handelt.“ Das, so der Kardinal, bedeute aber nicht, „dass die Segnung einer nicht sakramentalen Verbindung, die in vielen Fällen schon eine standesamtlich geschlossene zivile Ehe ist, das Paar an den Rand der Gemeinde und der Kirche rückt“. Die Paare sollten in der Mitte der Gemeinde willkommen sein. Ausdrücklich weist der Kardinal darauf hin, dass kein Paar abgewiesen werden solle.

Die Rolle der Queerpastoral im Erzbistum München wird im Zuge der erzbischöflichen Empfehlung aufgewertet: Die Queerpastoral beziehungsweise die Ehe- und Familienpastoral sollen für alle Hauptamtlichen in der Seelsorge ab Juni Fortbildungen zur Gestaltung der einschlägigen Segensfeiern anbieten. Von Seelsorgern, die diesen Feiern nicht vorstehen wollen, wird erwartet, dass sie Interessenten an den Dekan verweisen oder Kontakte zu anderen Seelsorgern herstellen.

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