Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Interview mit Kirchenrechtler Graulich

„Die heilende Kraft des Glaubens entdecken“

Das Benedikt XVI. Forum in Altötting zieht Priester, Ordensleute und Laien jeden Alters an. Der Kirchenrechtler Markus Graulich spricht über den Reiz der Veranstaltung, die sich eng an der Theologie Ratzingers orientiert.
Markus Graulich
Foto: Archiv | Prälat Markus Graulich ist Kirchenrechtler und Untersekretär im Päpstlichen Dikasterium für die Gesetzestexte.

Prälat Graulich, welches Publikum zieht das Forum Altötting nach Ihrer Erfahrung an?

Zum Benedikt XVI. Forum in Altötting kommen Priester, Ordensleute und Laien aller Altersstufen, die sich für die Theologie Joseph Ratzingers/Benedikt XVI. interessieren und darin Orientierung für ihren eigenen Glaubensweg finden. Es gibt auch das sogenannte „junge Forum“, das für jüngere Teilnehmer ein Zusatzprogramm mit weiteren Vertiefungen, Betrachtungen und Besichtigungen bietet.

In diesem Jahr geht es um das Thema Heilung. Was hat Sie dazu bewogen?

„Auf ihre Frage nach Heil, Heilung und Sinn
suchen sie in der technisierten und schnelllebigen Welt
oft vergeblich nach Antworten"

Das diesjährige Thema des Forums „Heilung durch Glauben“ ist in einer von inneren und äußeren Kriegen gekennzeichneten Welt ein sehr aktuelles Thema. Menschen sehnen sich nicht nur nach Frieden, sondern auch nach Heilung, nach Heil-Sein an Leib und Seele. Auf ihre Frage nach Heil, Heilung und Sinn suchen sie in der technisierten und schnelllebigen Welt oft vergeblich nach Antworten. Daher ist es notwendig, auch die heilende Kraft des Glaubens zu entdecken und darüber nachzudenken. Recht verstanden hat der Glaube heilende Kraft für Leib und Seele.

Worin liegt der Reiz an einer akademischen Auseinandersetzung mit einem Begriff, der in christlichen Kreisen stark mit der charismatischen Szene in Verbindung gebracht wird?

Gerade weil der Begriff „Heilung“ sehr stark in der charismatischen oder von östlichen Strömungen beeinflussten Szene gebraucht, manchmal auch missbraucht wird – da wird der Teufel mit Bezebul ausgetrieben –, ist eine akademische Auseinandersetzung mit dem Thema notwendig. Es geht um Heilung aus dem Glauben, der eine Wirklichkeit ist, „ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht“ (Hebr 11,1). Heilung, Heilwerden steht im Zusammenhang mit dieser Wirklichkeit und mit der Wahrheit des Glaubens. Der Glaube ist die Kraft, die den Menschen verwandelt und heil macht.

Was dürfen die Besucher erwarten?

Das Programm der Benedikt XVI. Foren ist immer sehr umfassend angelegt. Neben den Vorträgen und Gesprächsrunden beginnt jeder Tag mit einer heiligen Messe in der Gnadenkapelle. Jeden Abend wird in der Stiftskirche ein Pontifikalamt gefeiert. Donnerstags findet danach eine eucharistische Stunde statt und am Sonntag wird das Forum mit einem Pontifikalamt in der Basilika St. Anna abgeschlossen. Das Gebet des Rosenkranzes und eine abendliche Lichterprozession am Samstag gehören auch dazu. In den Vorträgen behandeln namhafte Referenten, unter anderen Kardinal Kurt Koch, Bischof em. Gregor Hanke, Ralph Weimann, Jan-Heiner Tück und Marius Reiser, die Thematik der Heilung durch Glauben in ihren verschiedenen Facetten: Es geht dabei unter anderem um den Zusammenhang von Heilung und Wahrheit, um Freiheit, Sünde und Erlösung, um die heilende Kraft der Wunder Jesu. Die Heilung von Belastungen aus der Vergangenheit, die heilende Kraft der Sakramente, die Heilung durch Gebet und Gnade sowie die Fürsprache Mariens als Quell der Heilung. Und das alles aus der Perspektive der Theologie Joseph Ratzingers/Benedikt XVI.


Weitere Infos zum diesjährigen Benedikt XVI. Forum finden Sie hier

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Regina Einig Kirchenrechtler

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