Es gibt Momente in der Geschichte der europäischen Monarchien, in denen sich ein Epochenbruch nicht in Revolutionen auf der Straße ankündigt, sondern im bürokratischen Kleingedruckten eines Rechenschaftsberichts. Ein solcher Moment ereignete sich in diesen Tagen im Buckingham Palace. Wer den jährlichen Finanz- und Rechenschaftsbericht des britischen Königshauses aufmerksam studiert, stößt auf eine theologische und verfassungsrechtliche Zäsur, die das Fundament des Hauses Windsor in seinen Grundfesten erschüttert: König Charles III. führt fortan nicht mehr den jahrhundertealten, sakralen Titel des „Verteidigers des Glaubens“ (Defensor Fidei).
Ein Akt der Selbstsäkularisierung
König Charles III. hat den Titel „Verteidiger des Glaubens“ abgelegt. Was bedeutet das?
