Kalkutta

Indien geht gegen den Orden von Mutter Teresa vor

Den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ sollen die Spenden aus dem Ausland abgedreht werden.
Ordensschwestern der "Missionarinnen der Nächstenliebe"
Foto: Leszek Szymanski (PAP)

Indiens Regierung versucht offenbar nun, ausländische Spenden an den von Mutter Teresa gegründeten Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ (MC) zu unterbinden. Zuvor hatten regionale Behörden und Hindu-Gruppen den Schwestern eine „Verletzung religiöser Gefühle von Hindus“ sowie erzwungene Konversionen vorgeworfen. Hindu-Mädchen seien in einem Kinderheim gedrängt worden, christliche Texte zu lesen und am christlichen Gebet teilzunehmen, hieß es.

Gewaltsame Übergriffe gegen Christen wachsen

In den vergangenen Jahren hat die hindu-nationalistische BJP-Regierung unter Premierminister Narendra Modi nicht nur christlichen Organisationen, sondern auch säkularen Hilfswerken, die ausländische Gelder erhalten, Schwierigkeiten gemacht und Konten eingefroren, darunter etwa Greenpeace und Amnesty International. Gleichzeitig wachsen die gewaltsamen wie die juristischen Übergriffe gegen Christen.

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In einer Erklärung von Montag bestätigen die „Missionarinnen der Nächstenliebe“, ihr Verlängerungsantrag für ausländische Spenden sei abgelehnt worden. Wörtlich heißt es in der Erklärung: „Wir möchten klarstellen, dass die FCRA-Registrierung der Missionarinnen der Nächstenliebe weder ausgesetzt noch aufgehoben wurde. Darüber hinaus gibt es keine vom Innenministerium angeordnete Sperrung für eines unserer Bankkonten. Wir wurden darüber informiert, dass unser FCRA-Erneuerungsantrag nicht genehmigt wurde.“ Zuvor hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass der Antrag der Missionaries of Charity auf Erneuerung der FCRA-Registrierung am 25. Dezember abgelehnt wurde, weil die Zulassungsbedingungen nicht erfüllt worden seien. Der FCRA (Foreign Contribution Regulation Act) bezieht sich auf Zuwendungen aus dem Ausland.

Pater Wallner: Entwicklung "nicht unerwartet"

Die Ministerpräsidentin von Westbengalen, Mamata Banerjee, twitterte am Montagmorgen irreführend, alle Bankkonten der Missionarinnen der Nächstenliebe in Indien seien eingefroren worden. Banerjee gilt als eine der einflussreichsten Gegnerinnen von Premierminister Narendra Modi. Sie zeigte sich „schockiert“ über die Entscheidung.

Für den den österreichischen Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner kommt diese Entwicklung „nicht unerwartet“. Sie sei das Ergebnis der hindu-nationalistischen Politik des amtierenden Premierministers Narendra Modi, die mit einer „atemberaubenden Christenfeindlichkeit“ einhergehe, so Wallner gegenüber der Agentur Kathpress. Die Entscheidung der Regierung ordne sich ein in eine Reihe von Schikanen gegen Christen. Karl Wallner zeigte sich entsetzt, dass die Christenfeindlichkeit in Indien nicht wahrgenommen werde: „Der Westen ist hier auf einem Auge blind und agiert naiv.“  DT/sba

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