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„Ich will das gesellschaftliche Klima ändern“

Als Jugendliche hat Petra Plonner selbst abgetrieben. Jetzt setzt sie sich für ungeborene Kinder und deren Lebensrecht ein. Dazu hat sie „fairändern“ gegründet.
Österreich: Initiative gegen Abtreibung
Foto: dpa | "fairändern" will umfassende Hilfe für Schwangere und die Abschaffung der eugenischen Indikation.

Petra Plonner war minderjährig und von der ungeplanten Schwangerschaft völlig überfordert. Im Gespräch mit der „Tagespost“ schildert sie, wie sie zur Abtreibung stolperte – und wie sehr sie jahrelang darunter litt. „Ich dachte, ich sei verrückt geworden. Wenn ich nachts nicht schlafen konnte, stellte ich mir mein Kind vor – ob es ein Bub oder Mädchen sein würde, welche Augen es hätte... Ich versuchte mir einzureden, dass es nur mir so geht, dass Abtreibung ein hart erkämpftes, tolles Frauenrecht sei.“

Eine Glaubenserfahrung half ihr, im Leben wieder Tritt zu fassen

Eine Glaubenserfahrung half ihr, im Leben wieder Tritt zu fassen. Heute ist sie freikirchliche Pastorin in Leoben, Mutter von drei Kindern und Gründerin der Initiative „fairändern“. Petra Plonner weiß, dass viele Frauen unter einer Abtreibung jahrelang oder sogar ihr ganzes Leben lang leiden. Ihnen und den ungeborenen Kindern will sie helfen: „Wir müssen ein Klima der sozialen Wärme schaffen, in dem jedes Kind willkommen ist.“ Die Initiative „fairändern“ sammelt Unterschriften, um eine verpflichtende Beratung, eine Statistik und Motivforschung sowie Hilfen für schwangere Frauen in Österreich einzuführen.

In Österreich können Babys bei Verdacht auf Behinderung bis zur Geburt abgetrieben werden

In Österreich können Babys bei Verdacht auf Behinderung bis zur Geburt abgetrieben werden. Das will Petra Plonner dringend ändern: „Es ist eine Diskriminierung, dass man Kinder mit Behinderung bis zur Geburt abtreiben kann. Für alle Kinder fordern wir flankierende Maßnahmen, vor allem eine Bedenkzeit. Frauen müssen nachdenken dürfen und Informationen bekommen, um eine Entscheidung zu treffen, mit der sie langfristig leben können. Viele Frauen können mit einer Abtreibung nicht leben!“

DT/sb

Wie Petra Plonner mit der Initiative "fairändern" Abtreibungen verhindern will, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 04. Oktober. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

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Gesellschaftsklima Lebensrechtsbewegung Schwangerschaftsabbruch

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