Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

Griechischer Geist und christlicher Glaube

Das Europa, in dem wir heute leben, beruht auf einer Vernunft, die Sehnsucht geworden ist, auf der Hand Jesu Christi, der die offene Hand ergreift und ihr Wegweisung gibt.
Verteidigung des christlichen Abendlandes
Foto: Arno Burgi (dpa) | Europa beruht auf der Hand Jesu Christi, der die offene Hand ergreift und ihr Wegweisung gibt.

Erscheint das abendländische Erbe zumal angesichts des zunehmenden Pluralismus der Religionen, der Integration außereuropäischer Zuwanderer und angesichts einer aggressiven neuen Rechten, die das Abendland beschwört, nur als unnötiger Ballast? Liegt es nicht nahe, dass sich Kirche als nützliche Kraft für Staat und Gesellschaft dadurch erweisen könnte, dass sie auf den Wahrheitsanspruch verzichtet und das abendländische Erbe zur Disposition stellt?

In der Vision des Apostels Paulus sah Kardinal Ratzinger die Fundamente Europas erkennbar werden

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Ratzinger, hat vor vierzig Jahren in seiner Domkirche folgende Stelle aus der Apostelgeschichte (16,6 10) gedeutet: Auf einer Missionsreise in Kleinasien wird dem Apostel Paulus im Traum von einem Makedonier von Griechenland aus über die Meerenge zugerufen: "Komm herüber und hilf uns!" In dieser Vision sah der Kardinal wie in keinem anderen Vorgang die "Fundamente Europas" erkennbar werden, "seinen Grund und seinen Auftrag an uns".

Eine Vernunft, die Sehnsucht geworden ist

Der Makedonier steht für Griechenland, für Europa, "seine Bitte entscheidet die kommende Geschichte. In ihr ruft der Geist der griechischen Welt nach Jesus Christus. Und so ist Europa geworden, das Europa, in dem wir leben, das Europa, das heute uns ruft. Es beruht auf der Vereinigung von griechischem Geist und christlichem Glauben, auf einer Vernunft, die Sehnsucht geworden ist, im Entbehren ahnt, was ihr fehlt. Und es beruht auf der Hand Jesu Christi, der die offene Hand ergreift und ihr Wegweisung gibt".

DT

Wie das Christentum in Europa die Synthese aus dem Glauben Israels und dem griechischen Geist herstelle, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 24. Januar 2019.

Themen & Autoren
Apostelgeschichte Erzbischöfe Jesus Christus Kardinäle Paulus von Tarsus

Weitere Artikel

Dritter Teil der Reihe zu den Leo-Päpsten: Die Amtszeit Leos III. steht für die „Translatio Imperii“– für die Übertragung der römischen Kaiserwürde an die Franken.
14.06.2026, 15 Uhr
Dirk Weisbrod
Erfahre hier, wie du ein guter Freund Jesu wirst, deine Talente für ihn einsetzt und warum diese Reise ein echtes Abenteuer ist.
28.05.2026, 05 Uhr
Theresa Rhee
Die Menschheit zersplittert, der Himmel stumm – und dann überirdische Gaben. Das Verborgene bricht als Neuschöpfung hervor. Die ewige Erntefreude steht trotzdem noch aus.
23.05.2026, 21 Uhr
Margarete Strauss

Kirche

Anfang Juni fand in Lednica eines der größten christlichen Jugendtreffen in Polen und das größte regelmäßige Event dieser Art in Europa statt. 
18.06.2026, 12 Uhr
Meldung
Danke, Heiliger Geist! Die Krise der Kirche und die Negativschlagzeilen über Missstände können das Feuer, das viele Konvertiten und Taufbewerber mitbringen, nicht ersticken.
19.06.2026, 09 Uhr
Regina Einig
Papst Leo XIV. skizziert Wege zur Heiligkeit: Eine theologische Deutung seiner Spanienreise.
18.06.2026, 19 Uhr
José Francisco Serrano Oceja
Der selige Jesuit Thomas Woodhouse wurde unter Elisabeth I. als Verräter hingerichtet. Sein Verbrechen: die Treue zum katholischen Glauben und zum Papst in Rom.
19.06.2026, 05 Uhr
Claudia Kock