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Frauendiakonat: Höchste Zeit für einen Schlussstrich

Berufungsfragen im Stil einer deutschen Tarifverhandlung durchdrücken? Der Machtkampf um die Rolle der Frau wird sich nicht durch ein Pseudodiakonat lösen lassen.
Kirchenredakteurin Einig, Frauenweihe-Aktivistin
Foto: DT / IMAGO / Avalon.red | Der Machtkampf um die Rolle der Frau wird vielleicht nicht nur in Deutschland, aber vor allem im Westen ausgetragen. Im Bild eine englischsprachige Frauenweihe-Aktivistin bei einer Aktion in Rom.

Gebetsmühlenhaft bestätigen römische Kommissionspapiere den Gläubigen seit Jahren, dass Frauen keinen Zugang zum sakramentalen Weiheamt – Diakonat inklusive – haben. Es braucht nicht einmal den Blick in die Konzilstexte und die von den Konzilsvätern beschlossene Einheit des dreistufigen Weiheamts, um die Fruchtlosigkeit einer Fortsetzung dieser Debatte zu erkennen. Das Diakonat ist ursprünglich auf Werke der Barmherzigkeit, sprich: auf die Caritas, ausgerichtet. Dafür braucht es überhaupt kein Weiheamt. Nahezu jede Gemeinde kann aber ein Lied von fehlenden Ehrenamtlichen singen, die ihre Zeit in tätige Nächstenliebe investieren wollen.

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Die Fülle der Angebote und neu geschaffenen Berufe seit dem Zweiten Vatikanum hat die Herzen für die Menschen aber nicht weiter geöffnet, im Gegenteil: Vielerorts herrscht inzwischen die Meinung vor, dass Besuche im Seniorenheim und praktische Hilfe für Familien in Not doch bitteschön von Hauptamtlichen erledigt werden sollten, die schließlich von der Kirche dafür bezahlt werden. Während immer mehr Bistümer offene Stellen für Pastoralassistentinnen und Gemeindereferentinnen nicht mehr nachbesetzen können und das Interesse an der Ausbildung für diese Berufe drastisch gesunken ist, müssten sich die Gläubigen im deutschsprachigen Raum schon gewaltig verrenken, um an die Sinnhaftigkeit eines neu zu konzipierenden Diakoninnenamts zu glauben.

Auch das von Papst Franziskus eingeführte Katechistenamt wird in Deutschland bis dato nur punktuell angenommen. Der binnenkirchliche Machtkampf um die Rolle der Frau wird sich auch nicht durch ein Pseudodiakonat, das die sakramentale Weihe durch eine wie auch immer geartete Beauftragung umgeht, die Bezeichnung aber irreführend einsetzt, lösen lassen. Hier braucht es statt weiterer Totgeburten einen Schlussstrich, um weiteren Schaden vom Weiheamt abzuhalten.

Berufungsfragen lassen sich nicht im Stil einer Tarifverhandlung durchdrücken. Vor allem in den Ländern des globalen Südens leben Frauen vor, dass es kein Weiheamt braucht, um Verantwortung in den Gemeinden zu übernehmen. Wie will eine überschaubare Zahl von Glaubensschwestern im deutschsprachigen Raum ihr stures Beharren auf Zugang von Frauen zu allen sakramentalen Ämtern denn begründen? Mit der Weigerung, von den Schwestern im globalen Süden zu lernen?

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Regina Einig Caritas Diözesen Papst Franziskus

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