Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Regensburg

Eucharistie: Voderholzer sieht Annäherung der beiden Kirchen

„Wir sind hier auf einem Weg zueinander“, betonte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer beim „Regensburger Religionsgespräch“. Zudem erinnerte er an das „ökumenische Ja“ zu Kreuzen in öffentlichen Räumen.
Voderholzer sieht Fortschritte in Ökumene
Foto: elisabeth fuerst | Die katholische Kirche sei in der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in der konkreten Gestalt der Eucharistiefeier in vielen Punkten den kritischen Anmerkungen Martin Luthers entgegengekommen, so der ...

In der Frage des Eucharistie sieht der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer eine Annäherung zwischen Katholiken und Protestanten. „Wir sind hier auf einem Weg zueinander“, betonte Voderholzer beim „Regensburger Religionsgespräch“. In den letzten Jahrzehnten sei es bereits zu einer gegenseitigen Annäherung gekommen.

Voderholzer nennt Gabe der Eucharistie in beiden Gestalten als Beispiel

Die katholische Kirche sei in der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in der konkreten Gestalt der Eucharistiefeier in vielen Punkten den kritischen Anmerkungen Martin Luthers entgegengekommen, so der Regensburger Bischof. Als Beispiel nannte er die Gabe der Eucharistie in beiden Gestalten oder die Feier der Eucharistie in der Muttersprache. Umgekehrt sei die Häufigkeit, mit der das Abendmahl in evangelischen Gottesdiensten gefeiert wird, deutlich gestiegen.

Gearbeitet werden müsse in Zukunft allerdings an der Frage nach dem konstitutiven Charakter der Eucharistie für die Kirche, betonte der Bischof. „Wir müssen in Ehrlichkeit und Offenheit miteinander reden.“

"Ökumenisches Ja" zum Kreuz hat "noch tiefer zusammengeführt"

Voderholzer äußerte sich auch zum Thema des Kreuzes. Er erinnerte an das „ökumenische Ja“ zu Kreuzen in öffentlichen Räumen, das er gemeinsam mit dem evangelischen Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss im vergangenen Jahr gegeben habe. „Ich glaube, das hat uns verbunden und uns noch tiefer zusammengeführt.“

Das Regensburger Religionsgespräch geht zurück auf das historische Religionsgespräch von 1541. Dieses fand in der Stadt Regensburg statt, um die drohende Kirchenspaltung noch zu verhindern. Anlässlich des Reformationsgedenkens wurde 2017 das Religionsgespräch wieder ins Leben gerufen. In diesem Jahr wurde die Tradition fortgeführt.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Maximilian Lutz Evangelische Kirche Martin Luther Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe Rudolf Voderholzer

Weitere Artikel

Der Exzentriker Egon von Petersdorff blieb auch nach seinem Übertritt zur katholischen Kirche ein Grenzgänger.
10.08.2026, 07 Uhr
Dirk Weisbrod
Das Werk von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz bezeugt die ungebrochene Kraft christlicher Philosophie. Die außergewöhnliche Denkerin wird nun mit einem außergewöhnlichen Band geehrt.
26.07.2026, 17 Uhr
Felix Hornstein
Thommy Schott ist mehr als ein Anwalt. Der fünffache Familienvater setzt sich mit seinem Verein Pro Fide Ecclesiae auch für seinen Glauben ein.
24.07.2026, 09 Uhr
Regina Einig

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser