Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Aktion "Liebe gewinnt"

Erster Bischof bei Segnung queerer Paare dabei

Im Rahmen der Aktion "Liebe gewinnt" nimmt erstmals auch ein Weihbischof an einer Segnungsfeier teil. Diese findet in der Essener Marktkirche statt.
Symbolbild zum Thema Homosexualität und Kirche: Regenbogenflagge weht vor dem Dom in Mainz, Rheinland Pfalz, Deutschland
Foto: Ralph Peters via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Vor vielen katholischen Kirchen weht im Mai die Regenbogenflagge, hier vor dem Mainzer Dom. Im Rahmen der Aktion "Liebe gewinnt", nimmt erstmals ein Weihbischof an einer Segnung von homosexuellen Paaren teil.

Erstmals wird heute ein Weihbischof bei einer Segnung geschieden-wiederverheirateter und gleichgeschlechtlicher Paare anwesend sein: Wie mehrere Medien am gestrigen Montag berichteten, nimmt der Essener Weihbischof Ludger Schepers an einer ökumenischen Segnungsfeier in der Essener Marktkirche teil. Die Segnung findet im Rahmen der Aktion „Liebe gewinnt“ statt.

Segnung auch in Magdeburger Bischofskirche

Die Teilnahme untermauert Aussagen der Freiburger Theologen Magnus Striet und Helmut Hoping, die sagten, dass es bereits ein Schisma in der katholischen Kirche gäbe. Weihbischof Schepers ist der einzige von — laut Veranstalter — einem halben Dutzend angefragten Bischöfen, der seine Teilnahme an einer der „Liebe gewinnt“-Segnungen zugesagt hat. In Magdeburg bietet die Bischofskirche einen Segnungsgottesdienst ohne Bischof an.

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Ein Weihbischof ist kirchenrechtlich dem Ortsbischof unterstellt und handelt nicht ohne dessen Zustimmung. Wie es im Konzils-Dekret „Christus Dominus“ (1965) über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche heißt, sollen Weihbischöfe „ihren Dienst so verrichten, dass sie in allen Angelegenheiten in voller Übereinstimmung“ mit dem Diözesanbischof vorgehen. Das entspricht in etwa dem Wortlaut des Kodex des kanonischen Rechtes. Dort heißt es in Can. 407, der Bischofskoadjutor und der Auxiliarbischof müssten in Übereinstimmung mit dem Diözesanbischof in Dienst und Gesinnung vorgehen. Der Diözesanbischof hat seinerseits die "Unversehrtheit und Einheit der Glaubenslehre" mit "Mitteln, die ihm geeignet scheinen, in fester Haltung zu schützen" und "selbst ein Beispiel der Heiligkeit zu geben".

Die Aktion „Liebe gewinnt“ hatte 2021 Premiere. Sie hatte stattgefunden, obwohl der Vatikan die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften untersagt hatte. Dieses Jahr findet diese Protestaktion zum zweiten Mal statt. Bundesweit sind 82 solcher queeren Segnungsfeiern angemeldet. Einige haben bereits stattgefunden.  DT/dsc

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