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Der Weg zum Himmel ist mit guten Büchern gepflastert

Der Papst sagt der intellektuellen und spirituellen Verarmung des Klerus den Kampf an.
Papst ruft zum Lesen auf
Foto: IMAGO/imageBROKER/Oleksandr Latkun (www.imago-images.de) | Papst Franziskus trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er auf die Chance profaner und geistlicher Literatur hinweist.

Die Sendung der Christen, den Menschen mitten in der Welt eine Alternative zum Mainstream vorzuleben, schließt die Freizeit ein. Just zu Beginn des Ferienmonats August rät der Papst den Priestern und insbesondere den Seminaristen, mehr Bücher zu lesen. Ein kühner Wurf, wenn man bedenkt, dass 94 Prozent der Jugendlichen heute täglich soziale Medien nutzen.

Natürlich sind Seminaristen Kinder ihrer Zeit; auch ihre Ausbilder können das digitale Rad nicht zurückdrehen. Und dennoch trifft Papst Franziskus den Nagel auf den Kopf, wenn er auf die Chance profaner und geistlicher Literatur hinweist. Denn Bücher erschließen Welten, die in den sozialen Medien allenfalls schattenhaft umrissen werden können. Wenn Klerus und Bildungsbürgertum enge Verwandte sind, weitet die Kirche ihren Radius. Sind sie das nicht, steht ein wichtiges Missionsfeld auf dem Spiel. 

Mission für Fortgeschrittene

Lesen ist darum kein Ausweis von Spießbürgertum, eher Mission für Fortgeschrittene. Wenn der Priester im Gespräch argumentativ passen muss oder langweilt, riskiert er, von kirchenfernen Zeitgenossen keine zweite Chance zu bekommen. Den Enttäuschungen der Generation Z, wenn sie an nicht auskunftsfähige Geistliche geraten, könnte durch gezielte Lektüre vorgebeugt werden. Denn die Sehnsucht nach Sinnhaftigkeit ist da – und wer hätte eine besseren Antwort als die Christen? Bei der Ministrantenwallfahrt nach Rom vermittelte das Format „Frag den Bischof“ den Eindruck, dass die Qualität der Fragen der Ministranten mitunter besser war als die der Antworten. 

Der Vorsitzende stellte in seiner Bilanz fest, interessanterweise hätten die Ministranten nicht die „großen Fragen“ nach den üblichen Reizthemen gestellt. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass es wichtigere Themen für junge Menschen als Zölibat und Frauenweihe gibt und die „großen Fragen“ noch nicht bei allen Amtsträgern angekommen sind. Daran lässt sich glücklicherweise arbeiten – gerade durch Lesen.

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