Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Neuer Teil: „Aufbruch – Die christliche Zukunft Europas"

Bischof Hanke: „Wir befinden uns in einer geistigen Krisensituation“

Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke spricht in der kommenden "Tagespost" über die Krise der Freiheit, die Zukunft des Christentums und den Wert der geistigen Verwurzelung in Gott.
Bischof Gregor Maria Hanke OSB kritisiert einen uferlosen Freiheitsbegriff
Foto: Bistum Eichstätt | Kritisiert einen uferlosen Freiheitsbegriff: Bischof Gregor Maria Hanke.

In einem Interview-Beitrag zur „Tagespost“-Reihe „Aufbruch – Die christliche Zukunft Europas“ analysiert Bischof Gregor Maria Hanke die kulturelle und geistige Krise Europas. Als Hauptübel identifiziert der Bischof von Eichstätt einen „titanischen Freiheitsanspruch“, der „in den Nihilismus“ führe.

Hanke kritisiert im Interview eine Freiheit, die sich von der natürlichen Ordnung losgelöst und damit zur Entwurzelung  des Menschen geführt habe, „Die Krise Europas wurzelt sowohl politisch als auch spirituell in der Ausfaltung des individuellen Freiheitsbegriffes“, so Hanke.

Lesen Sie auch:

Die Folgen zeigten sich auf verschiedenen gesellschaftlichen Felder,  ganz besonders etwa in der Abtreibungsdebatte: „Die Freiheit des einen wird so ausgedehnt, dass das Lebensrecht des anderen eigentlich gar nicht mehr berücksichtigt wird und damit auch das Prinzip der Gerechtigkeit aus den Fugen gerät“, mahnt der Bischof. 

Wie aber solle die Kirche im Zeitalter der Säkularisierung auf diese Krise reagieren? Anpassung an den Zeitgeist sei der falsche Weg, warnt Hanke. Die Kirche müsse vor allem Zeugnis geben – wie es die Märtyrer der frühen Kirche taten. Das bedeute jedoch nicht Rückzug oder Isolation, sondern ein überzeugendes, einladendes Leben aus dem Glauben heraus. „Wir sind“, so Hanke, „berufen, Licht in die Welt zu bringen.“

Der Bischof äußert sich auch zum Vorwurf, die Kirche in Deutschland sei zu politisch geworden und mische sich zu Unrecht in die Parteipolitik ein. Außerdem spricht Hanke aus der Sicht des Mönchtums über die  ökologische Krise der Moderne und bezieht Stellung zur Misere der akademischen Theologie in Deutschland.  DT/sost

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Das gesamte Interview mit Bischof Hanke lesen Sie in der kommenden Ausgabe der "Tagespost."

Themen & Autoren
Vorabmeldung Bischof Gregor Maria Hanke Krisen

Weitere Artikel

Schüler und Weggefährten würdigen die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz anlässlich ihres 80. Geburtstags.
26.03.2026, 21 Uhr
Michael Karger
„Man hat einander vertraut und das Vertrauen war so, dass man auf Kontrolle verzichtet hat“: Der emeritierte Eichstätter Oberhirte gibt Einblick, wie es zur Veruntreuung kommen konnte.
17.03.2026, 17 Uhr
Esther von Krosigk
Wenn man sich unwohl fühlt, geht man bei der CDU nicht mehr zum Arzt, sondern wendet sich an das „Awareness“-Team. 
28.02.2026, 09 Uhr
Birgit Kelle

Kirche

Der Papst sieht den Moment gekommen, die Künstliche Intelligenz zu „entwaffnen“. Eigentlich geht es in „Magnifica humanitas“ aber eher um das „technokratische Paradigma“.
27.05.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Auch die Entwickler selbst fürchten, dass sich eine Superintelligenz einmal gegen den Menschen richten könnte: Die KI-Enzyklika Papst Leos geht auf reale Sorgen ein.
27.05.2026, 19 Uhr
Guido Horst
Kommt die Seligsprechung? Wie Erzbischof Georg Gänswein bestätigt, sammelt das Dikasterium für die Heiligsprechung Schreiben aus aller Welt, die Gebetserhörungen dokumentieren.
27.05.2026, 14 Uhr
Regina Einig
Trotz Warnungen aus Rom: Die FSSPX gibt die Namen der Kandidaten für die geplanten Bischofsweihen bekannt. Auch dem Papst sollen sie bereits vorgestellt worden sein.
27.05.2026, 11 Uhr
Meldung
Neuer Teilnehmerrekord, Durchschnittsalter bei 21 und die Abschlussmesse mit Kardinal Burke: Chartres versammelte wieder Zehntausende. Was sagt das über die junge Generation?
27.05.2026, 10 Uhr
Elisabeth Hüffer