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Auf der Suche nach den Gründen für zunehmende Kirchenaustritte

Gerade für die katholische Seite fällt die Bekanntgabe der Austrittszahlen in diesem Jahr besonders schmerzhaft aus. Darauf jedenfalls deuten erste Zahlen hin, die in den vergangenen Tagen publik wurden.
Kirchenaustritte nehmen zu
Foto: Ingo Wagner (dpa) | Im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten im vergangenen Jahr laut einem Bericht der „Bild“ 88 150 Menschen ihre rechtliche Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche beendet.

Zur gelebten Ökumene in Deutschland zählt seit Jahren ein Akt gemeinschaftlichen Leidens von Katholiken und Protestanten: Jedes Jahr im Juli laden Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zeitgleich zur Vorstellung ihrer Jahresstatistiken. Unter all den Daten und Fakten zum kirchlichen Leben der beiden Großkirchen interessiert sich die mediale Öffentlichkeit dabei vor allem für die jeweilige Zahl der Kirchenaustritte.

Der Termin dürfte gerade für die katholische Seite in diesem Jahr besonders schmerzhaft ausfallen. Darauf jedenfalls deuten erste Zahlen hin, die in den vergangenen Tagen publik wurden. So meldete das Justizministerium von Nordrhein-Westfalen einen sprunghaften Anstieg bei den Kirchenaustritten. Im einwohnerstärksten Bundesland hatten im vergangenen Jahr laut einem Bericht der „Bild“ 88 150 Menschen ihre rechtliche Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche beendet.

Gegenüber dem Vorjahr bedeute dies einen Anstieg von 22 Prozent. Obgleich das Ministerium die Zahl nur gesammelt für evangelische und katholische Kirche bekannt gab, dürfte der größere Teil der Austritte auf Katholiken entfallen, welche in NRW die Mehrheit der Christen bilden.

Dass die Zahl der tatsächlich erklärten Austritte in Zukunft noch höher ausfallen könnte, deuten nun auch die Ergebnisse einer neuen Studie an. Bereits im Jahr 2017 hatten Sozialwissenschaftler des Heidelberger Sinus-Instituts unter deutschen Katholiken eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Demnach hatten 41 Prozent von ihnen bereits über einen Kirchenaustritt nachgedacht. Sieben Prozent waren zum Zeitpunkt der Umfrage sogar „fest entschlossen“, der Kirche den Rücken zu kehren.

Immerhin jeder Fünfte denke zwar hin und wieder über einen Austritt nach, bleibe dann aber trotzdem in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Ziel der von der katholischen Unternehmensberatung MDG und dem Erzbistum München und Freising beauftragten Studie war es, Motive der Kirchenbindung von Katholiken zu ermitteln.

DT

Wie der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, auf die gestiegene Zahl der Kirchenaustritte reagierte, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 31. Januar 2019.

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