Erfurt/Würzburg

16 Prozent der Deutschen fehlt Gesprächspartner für Glaubensfragen

Haben die Deutschen jemanden, mit dem sie über Gott oder Glaubensfragen sprechen können? Bei den meisten scheint dies der Fall zu sein, wie eine repräsentative Tagespost-Umfrage ergibt.
Über Glaubensfragen sprechen
Foto: Patrick Seeger (dpa) | Von den katholischen Befragten gaben 14 Prozent an, niemanden zu haben, mit dem sie über Gott oder Fragen des Glaubens sprechen könnten. Eine absolute Mehrheit von 59 Prozent gab das Gegenteil an.

16 Prozent der Deutschen haben niemanden, mit dem sie über Gott oder Fragen des Glaubens sprechen könnten. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Dagegen gab eine absolute Mehrheit von 56 Prozent an, das Gegenteil sei der Fall. Elf Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. 

14 Prozent der Katholiken fehlt Gesprächspartner für Glaubensfragen

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Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich habe niemand, mit dem oder der ich über Gott oder Fragen des Glaubens sprechen könnte.“ Männer haben häufiger niemanden, mit dem sie über diese Themen sprechen können als Frauen (20 zu zwölf Prozent).

Von den katholischen Befragten gaben 14 Prozent an, niemanden zu haben, mit dem sie über Gott oder Fragen des Glaubens sprechen könnten. Eine absolute Mehrheit von 59 Prozent gab das Gegenteil an. Von den Protestanten haben 17 Prozent niemanden, mit dem sie über derartige Themen sprechen können – das Gegenteil trifft für 65 Prozent zu. Von den freikirchlichen Befragten haben sogar nur zwölf Prozent niemanden, mit dem sie über Gott oder Glaubensfragen sprechen könnten; eine große Mehrheit von 68 Prozent gab das Gegenteil an. Ein etwas anderes Bild ergibt sich bei Muslimen: Diese gaben zu 20 Prozent an, niemanden zu haben, mit dem sie über Gott oder Fragen des Glaubens sprechen können. Ein vergleichsweise geringer Anteil von 39 Prozent gab das Gegenteil an. Mit 31 Prozent ist jedoch auch der Anteil derjenigen, die überhaupt keine Angabe machten, in dieser Konfessionsgruppe sehr groß. 

Die Erhebung, für die 2.056 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 02. und dem 05. Juli befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Mit 21 Prozent gaben am häufigsten Wähler der Union an, niemanden zu haben, mit dem sie über Gott oder Glaubensfragen sprechen könnten, gefolgt von SPD-Anhängern mit 19 Prozent. Danach kommen AfD-Wähler (18 Prozent), FDP-Anhänger (14 Prozent) und Linken-Wähler (13 Prozent). Am seltensten gaben Wähler der Grünen (12 Prozent) an, niemanden zu haben, mit dem sie über Gott oder Glaubensfragen sprechen könnten.  DT/mlu

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