Immer mehr Kirchenschändungen in Frankreich

Mindestens zehn Kirchen wurden in der ersten Februarhälfte Opfer von Angriffen. Geistliche und Politiker verurteilen die Taten. Der Vorsitzende der französischen „Republikaner“ spricht von zunehmender Christenfeindlichkeit.

In ganz Frankreich wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Kirchen geschändet. Mindestens zehn Kirchen wurden in der ersten Februarhälfte Opfer von Angriffen. Geistliche und Politiker verurteilen die Taten. Der Vorsitzende der französischen „Republikaner“, Laurent Wauqiez, sprach auf dem Kurzmitteilungsdienst „Twitter“ von „Christenfeindlichkeit“, die in Frankreich zutage trete.

Frankreichs Bischöfe besorgt über Vandalismus gegen Kirchen

Neben einer Kathedrale im südfranzösischen Lavaur traf es unter anderem Kirchen in Dijon, Nîmes und Houilles, einer Gemeinde in der Region Île-de-France. Dort ereignete sich Anfang Februar einer der frühesten Vorfälle: Eine Statue der Jungfrau Maria wurde in Scherben auf dem Boden gefunden.

Die Bischöfe selbst reagieren zunächst nicht auf die Vorfälle. Am Dienstag dann eine knappe Stellungnahme in Form einer öffentlichen Erklärung auf der Website der Bischofskonferenz: Man sei besorgt über den Vandalismus gegen Kirchen. Solche Taten seien „Zeichen des Hasses im Herzen unserer Gesellschaft“. Zudem riefen die Bischöfe zu Brüderlichkeit auf. Über Twitter hatte sich zuvor der Sprecher der französischen Bischöfe, Olivier Ribadeau Dumas, geäußert: „Kirchen brannten, wurden geplündert und entweiht. Wir können uns nie daran gewöhnen, dass Orte des Friedens Opfer von Gewalt werden, dass der Leib Christi, das Schönste und Wertvollste für uns, mit Füßen getreten wird.“

Hoffnung, dass die Täter vor Gericht gestellt werden

Die in Wien ansässige Beobachtungsstelle „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians“ (OIDAC) hat sämtliche Vorfälle aufs Genaueste dokumentiert. Deren Vorsitzende, Ellen Fantini, äußerte sich in einer Erklärung: „Es ist unsere aufrichtige Hoffnung, dass die Täter vor Gericht gestellt werden und dass das Bewusstsein für die zunehmende antichristliche Feindseligkeit in Frankreich den öffentlichen Raum erreicht“, schrieb sie in einer Erklärung.

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DT