Asia Bibi bestätigt Freiheit

Wie das italienische Nachrichtenportal "Vatican Insider" berichtet, habe Asia Bibi den ersten Tag ihrer Freiheit mit ständigen Danksagungen an Gott verbracht.

Die aufgrund des Vorwurfs der Blasphemie zum Tode verurteilte pakistanische Christin Asia Bibi hat ihre Freiheit bestätigt. "Dank sei Gott. Gott sei gelobt. Ich bin frei", zitiert das italienische Nachrichtenportal "Vatican Insider" erste Worte Bibis nach ihrer Freilassung. Das Portal berief sich dabei auf eine nicht namentlich benannte Quelle "aus dem näheren familiären Umkreis" der Frau. Bibi habe den Donnerstag - ihren ersten Tag in Freiheit - "mit ständigen Danksagungen an Gott, der ihre Gebete erhört hat" verbracht, hieß es.

Asia Bibi: "Dank sei Gott. Gott sei gelobt. Ich bin frei."

In dem Bericht wird weiter auch der Direktor der Strafbehörde in der Provinz Punjab, Zawar Hussain Warrich, zitiert. Dieser bestätigte die Angaben, wonach die Christin am Mittwochabend ihre Zelle im Frauengefängnis der Stadt Multan verlassen habe und gegen 22 Uhr per Flugzeug in die Hauptstadt Islamabad geflogen. Sie sei in der Folge an einen geheimen Ort gebracht worden, wo sie auch ihren Ehemann Asiq Masih wiedergetroffen hat.

Vergangene Woche hatte der Oberste Gerichtshof Pakistans das Todesurteil gegen die Mutter von fünf Kindern zunächst aufgehoben. Daraufhin war es in zahlreichen Städten Pakistans zu heftigen Protesten radikaler Islamisten gekommen. Die pakistanische Regierung beugte sich dem Druck und einigte sich mit der islamistischen Partei Tehreek-e-Labbaik Pakistan (TLP) darauf, einen Berufungsprozess gegen Bibi zuzulassen.

Ehemann hatte mehrere Staaten um Asyl für seine Familie gebeten

Asia Bibis Ehemann, Ashiq Masih, hatte bereits mehrere Staaten um Asyl für seine Frau und die Familie gebeten, darunter die USA, Kanada, Großbritannien und Italien. Berichten zufolge sollen sich bereits mehrere Länder dazu bereiterklärt haben, die Verfolgten aufzunehmen. Auch in Deutschland gab es Forderungen, Asia Bibi Asyl zu gewähren. So forderte beispielsweise der menschenrechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Brand, die pakistanischen Christin müsse zum Schutz einen Platz in Deutschland finden können. Zuvor hatte bereits das internationale katholische Hilfswerk missio Aachen die Forderung an die Regierung gerichtet, sich für Freiheit, Sicherheit und Ausreisemöglichkeit Asia Bibis einzusetzen.

In Pakistan gilt Blasphemie als Kapitalverbrechen

Asia Bibi ist die erste katholische Frau, die in Pakistan wegen Gotteslästerung angeklagt und zum Tode verurteilt wurde. Ihr wurde vorgeworfen, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Nach der Verurteilung im Jahr 2010 wurde das Todesurteil 2014 bestätigt, im Jahr darauf jedoch vorläufig ausgesetzt.

Im islamisch geprägten Pakistan gilt Blasphemie als Verbrechen, das mit der Todesstrafe geahndet wird. Die Auslegung des Begriffs fällt in der Praxis jedoch oft sehr weit aus. So gelten bereits abfällige Äußerungen zum Islam oder dem Koran und dem Propheten Mohammed als blasphemisch. Kritiker erheben immer wieder den Vorwurf, die Blasphemiegesetze würden ausgenutzt, um persönlichen Feinden zu schaden.

DT/mlu/KAP

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