Würzburg

Corona-Exerzitien: Gottes Siegel für die Endzeit

Jesus hat uns nie das Paradies auf Erden versprochen. Fast jede Generation von Christen hat seit der Menschwerdung unter mindestens einer dieser endzeitlichen Prüfungen leiden müssen.

Sonnenaufgang in Dortmund
Die Hoffnung auf die Auferstehung kann in diesen Tagen der Pandemie stärken. Foto: Fabian Strauch (dpa)

Im Katechismus der Katholischen Kirche ist im Hinblick auf das Siegel, das uns in Taufe und Firmung eingeprägt wurde, zu lesen: „Dieses Siegel des Heiligen Geistes bedeutet, dass man gänzlich Christus angehört, für immer in seinen Dienst gestellt ist, aber auch dass einem der göttliche Schutz in der großen endzeitlichen Prüfung verheißen ist“ (KKK 1296). Die Kirche bekennt hier ausdrücklich ihr Wissen um „endzeitliche Prüfungen“, die über sie selbst und die ganze Welt kommen werden. Sie gründet diesen Glauben auf die Worte ihres Herrn, der selbst davon gesprochen hat, als er die Jünger mahnte: „Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. ... Volk wird sich gegen Volk und Reich gegen Reich erheben. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen...“ (Lk 21,9-12). Kriege, Erdbeben, Seuchen, Hungersnöte und Christenverfolgungen sind die biblischen Zeichen der Endzeit, die mit der Menschwerdung Gottes begonnen hat (vgl. Hebr 1,2).

Zeit der Not und der Prüfung durch das Böse

Jesus hat uns nie das Paradies auf Erden versprochen. Ganz im Gegenteil. „Die jetzige Zeit ist nach dem Wort des Herrn die Zeit des Geistes und des Zeugnisgebens, aber auch eine Zeit der Not und der Prüfung durch das Böse, das selbst die Kirche nicht verschont und die Kämpfe der letzten Tage einleitet. Sie ist eine Zeit des Harrens und des Wachens“ (KKK 672). Fast jede Generation von Christen hat seit der Menschwerdung unter mindestens einer dieser endzeitlichen Prüfungen leiden müssen. Lediglich uns, die wir nach dem Krieg geboren wurden, schienen sie nur noch aus dem Fernsehen bekannt zu sein. Der Mensch glaubte sie besiegt zu haben. Covid-19 hat uns ein wenig in die Realität zurück geholt. Die Welt befindet sich in einem eschatologischen Kampf gegen das Böse, der sich in all diesen Kasteiungen bemerkbar macht und die Geschichte des Gottesvolkes bis zum jüngsten Tag begleiten werden (KKK 677). 
 
Zusammen mit dem Wissen um die endzeitlichen Prüfungen, weiß die Kirche aber auch um den besonderen Schutz, der ihren Kindern durch das Siegel des Heiligen Geistes verheißen ist (vgl. Offb 7:2-3; 9,4). Was bedeutet dieses Siegel? Dass wir vom Tod durch Pest, Hunger oder Schwert verschont bleiben? Ganz sicher nicht, denn weder Christus selbst, noch seine Heiligen, sind vor dem Tod durch das Böse bewahrt worden. Das Siegel verheißt uns vielmehr, dass Gott uns vor dem zweiten Tod bewahrt, vor der Apostasie im Angesicht der Verfolgung, der Verzweiflung im Leid, der Sünde in der Versuchung. „Der Gläubige der bis zum Ende ‚das Siegel bewahrt‘ hat, kann ‚bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens‘ sterben ... in der Erwartung der seligen Gottesschau ... und in der Hoffnung auf die Auferstehung“ (KKK 1274).

Die Hoffnung auf die Auferstehung ist der Trost

Diese sichere Hoffnung ist der Trost der Kirche und soll uns in diesen Tagen stärken. Die Plagen werden nach dem Wort des Herrn im Fortgang der Geschichte nicht weniger sondern sogar mehr werden. Ja, „die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen werden.“ Zu uns aber spricht Jesus: „Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter, denn Eure Erlösung ist nahe“ (Lk 21:26-28). 

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