Köln

Nach Protestaktion im Kölner Dom: Polizei ermittelt

Linke Aktivisten von „Extinction Rebellion“ werden nach einem Protest im Kölner Dom abgeführt. Domdechant Kleine sieht die Aktion skeptisch. Nun ermittelt die Polizei.
Aktion von Extinction Rebellion im Kölner Dom
Foto: --- (Extinction Rebellion) | Aktivisten der Umweltbewegung Extinction Rebellion liegen während einer Protestaktion im Mittelgang des Kölner Doms.

Die Polizei ermittelt nach einer Protestaktion im Kölner Dom gegen Aktivisten der linken Gruppe „Extinction Rebellion“. Ein Polizeisprecher bestätigte dies gegenüber der „Katholischen Nachrichten-Agentur“ (KNA). Ermittelt werde wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und wegen Hausfriedensbruchs. Zudem seien zwei Domschweizer nach KNA-Angaben leicht verletzt worden, als sie die Demonstrierenden aus der Kathedrale führten.

Domdechant: Dachte erst, es sei etwas passiert

Zu dem Zwischenfall war es am 6. Januar vor dem abendlichen Pontifikalamt im Kölner Dom gekommen. Der Kölner Domdechant Robert Kleine schilderte auf dem Portal „domradio.de“ die Ereignisse: Als er die Kathedrale betrat, habe er festgestellt, dass im Mittelgang ein Mann lag, neben dem sich einer der Domschweizer befand. Kleine brachte dies zunächst nicht mit einer Demonstration in Zusammenhang. Er habe vielmehr geglaubt, es seit etwas passiert. Als er sich der dort liegenden Person näherte, habe er jedoch festgestellt, dass diese ein Transparent hochhielt, auf dem die Buchstaben RWE zu lesen waren und bemerkte weitere im Dom liegende Aktivistinnen und Aktivisten.

Lesen Sie auch:

Zu diesem Zeitpunkt wurde die Demonstration bereits von den Domschweizern aufgelöst und die Demonstranten aus dem Dom geleitet. Kleine ging daraufhin zum Mikrofon und teilte der Gemeinde und den Demonstranten mit, dass die Kirche sich ebenfalls engagiert für die Bewahrung der Schöpfung einsetze. Er bitte aber um Verständnis dafür, dass nun ein Gottesdienst gefeiert würde und stellte zudem fest, dass der Dom aber nicht der richtige Ort für eine Demonstration sei. Dafür sei das Domumfeld da. Kleine zeigte sich überzeugt davon, dass an diesem Hochfest, einem der für das Erzbistum Köln besonders wichtigen Feiertage, notwendig war, das Hausrecht auszuüben.

Gemeindemitglieder konsterniert

Zudem konstatierte Kleine gegenüber dem Kölner Domradio, dass einige Gemeindemitglieder sehr konsterniert über die Aktion gewesen seien, zumal sich bereits der Chor und die Sternsinger für den in Kürze beginnenden Gottesdienst bereitmachten. Zugleich betonte er seine Gesprächsbereitschaft mit den Demonstranten. Deren Ziel war es, gegen den Abriss von Kirchen in Braunkohlegebieten zu demonstrieren, die, wie Kleine feststellte, in der Diözese Aachen liegen.

Inhaltlich könne man hierzu unterschiedliche Meinungen vertreten und über diese auch streiten, darüber diskutieren oder demonstrieren „Aber bitte nicht in Kirchen, denn die sind uns auch heilig“, so der Domdechant. Auf die Frage, ob es rechtliche Konsequenzen geben werde, sagte der Domdechant: „Das liegt natürlich jetzt beim Domkapitel und beim Domprobst, ob da Anzeige erstattet wird.“

Daran, dass die Domschweizer richtig gehandelt hätten, als sie die Demonstration auflösten und die Aktivisten aus der Kathedrale geleiteten um somit von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen, ließ Kleine keinen Zweifel und illustrierte dies mit den Worten: „Ich gehe auch nicht bei denen zu Hause hin und lege mich da einfach in den Flur“.

Keine Gelegenheit zu Gespräch danach

Zugleich machte der Domdechant deutlich, dass es keine schöne Szene vor einem hochfestlichen Gottesdienst sei, wenn Aktivistinnen und Aktivisten gegen ihren Willen aus dem Gotteshaus geführt werden. Eine Gelegenheit zu einem späteren, von Kleine ausdrücklich nach dem Gottesdienst angebotenen Gespräch ergab sich nicht mehr, da die Demonstranten nicht mehr vor Ort waren. Die Fragen, deren Beantwortung sich Kleine erhofft hatte, sind, warum sie gerade in einer Kirche, warum gerade im Kölner Dom und warum gerade vor dem Gottesdienst demonstriert hätten. Aus seiner Sicht war der Dom für diese Aktion ganz klar nicht der richtige Ort.  DT/bst

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Der Augsburger Bischof Bertram Meier warnt in Maria  Vesperbild vor einer Legalisierung des assistierten Suizids und fordert die Laien zu mehr Offensive beim Lebensschutz auf.
19.08.2021, 13  Uhr
Regina Einig
400 Jahre „Propaganda Fide". Am Dreikönigstag 1622 gründete Papst Gregor XV. die päpstliche Missionskongregation . Auch Norddeutschland war bis 1929 Missionsgebiet.
04.01.2022, 19  Uhr
Michael Feldkamp
Themen & Autoren
Meldung Aktivistinnen und Aktivisten Bistum Aachen Demonstranten Erzbistum Köln Hochfeste Kölner Dom Pontifikalamt

Kirche

Papst Benedikt XVI. bestand auf einem Priesterbild, das der Lehre der Kirche entspricht – und wurde dafür kritisiert.
24.01.2022, 11 Uhr
Regina Einig