Priesterberufungen: „Grundsätzliches Umdenken nötig“

Der Regensburger Regens Martin Priller erklärt im Gespräch mit der „Tagespost“, weshalb eine Abschaffung des Zölibats nicht zwangsläufig zu mehr Priesteramtskandidaten führen würde.

Priesterweihe durch Papst Franziskus
Papst Franziskus weiht 19 Männer zu Priestern, während eines Gottesdienstes im Petersdom am 26. April 2015. Foto: Cristian Gennari (KNA)

In der Frage, wie sich die Zahl der Priesterberufungen in Zukunft erhöhen lässt, sieht der Regensburger Regens Martin Priller eine „Versorgungsmentalität“ als Grundproblem. In der Kirche gelte das Prinzip der Gnade: „dass wir den Herrn bitten sollen, Arbeiter in seinen Weinberg zu senden“, meint Priller im Gespräch mit der „Tagespost“. Hier sei ein grundsätzliches Umdenken nötig. Für den Regens ist das Gebet für Priesterberufungen von großer Bedeutung. In seinem Regensburger Bistum sei die Gebetsgemeinschaft für Berufe der Kirche mit gut 30 000 Mitgliedern ein starker Rückhalt.

Die oft vertretene Meinung, der Zölibat seine eine Hürde auf dem Weg zum Weihepriestertum, ist für Priller in manchen Fällen „ein leicht heuchlerisches Argument“. Oft werde es vorgebracht, um generell die Abschaffung des Zölibats zu fordern, „einfach weil es stört“. Die Veränderung der Zulassungskriterien, so der Regensburger Regens, würde jedoch nur an Symptomen „herumdoktern“, aber die eigentliche Krankheit nicht behandeln. „Der Boden, auf dem Berufungen wachsen können, das Umfeld, aus dem geistliche Berufe hervorgehen, das muss uns sorgen.“ Niemand schlage leicht einen Weg ein, von dem ihm alle abrieten und der sofort bissige Kommentare auslöse.

Auf die Frage, ob die Einführung sogenannter „viri probati“ eine Lösung sein könnte, meint Priller: „Ich würde mich freuen wenn es gelänge, ,politische Motive' aus der Diskussion herauszuhalten.“ Man müsse nicht aufgrund der Zulassung einzelner verheirateter Männer zum Priesteramt die Sinnhaftigkeit des Zölibats grundsätzlich in Frage stellen oder „verheiratete und unverheiratete Priester gegeneinander stellen“. Weil das geschehe, sei die ganze Diskussion verkrampft.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 29. März.
DT