Eine fachfremde Autorin für die Fernsehshow

Trotz mangelnder Originalität überzeugt der Spielfilm „Late Night – Die Show ihres Lebens“ dank der wunderbaren Hauptdarstellerinnen.

Garcías Filmtipp: "Late Night"
Nach dreißig Jahren soll Katherine Newburys (Emma Thompson) „Late-Night“-Show aufhören. Denn trotz aller Erfolge ist sie einfach zu alt. Die junge, unerfahrene Molly Patel (Mindy Kaling) könnte mit frischen Ideen Abhilfe schaffen. Foto: entertainment One

Seit 30 Jahren moderiert die Britin Katherine Newbury (Emma Thompson) eine Late-Night-Talkshow. Damals war sie die erste Frau, die im US-amerikanischen Fernsehen für eine solche Sendung verantwortlich zeichnete. Seitdem hat sie eine ganze Reihe Preise gewonnen. Nach einer so langen Zeit scheint jedoch die Zeit gekommen zu sein abzutreten. Denn ihrem Autorenteam gehen die Ideen aus.

Zu alt und ein Problem mit Frauen

So kommt es, dass Programmchefin Caroline Morton (Amy Ryan) Katherine unter vier Augen mitteilt, dies sei ihre letzte Saison: Mit 56 Jahren sei sie zu alt – die jüngeren Zuschauer würden umschalten. Dazu kommt, dass der Showmasterin vorgeworfen wird, „ein Problem mit Frauen“ zu haben. Im achtköpfigen Autorenteam sitzt keine einzige Frau.

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Als einer der Autoren gefeuert wird, ergreift Katherines rechte Hand Brad (Denis O’Hare) die Gelegenheit, und stellt die junge Molly Patel (Mindy Kaling) ein, obwohl sie auf dem Comedy-Gebiet keinerlei Erfahrung hat. Dennoch will Molly beweisen, dass sie weit mehr als eine „Quotenfrau“ ist. Kann der frische Wind, den sie bringt, die Show retten – oder kommt der Versuch zu spät?

Mangelnde Originalität, vorhersehbare Handlung

„Late Night – Die Show ihres Lebens“ nimmt sich kaum originell aus. Mindy Kaling hat als Drehbuchautorin für sich selbst eine Rolle geschrieben, die der von Anne Hathaway in „Der Teufel trägt Prada“ (DT vom 14.10.2006) verkörperten Andy Sachs wie ein Ei dem anderen gleicht, und dazu auch noch die eine oder andere Szene eins zu eins „zitiert“.  

Trotz dieser mangelnden Originalität, die ebenfalls mit einer vorhersehbaren Handlung einhergeht, überzeugen die beiden Darstellerinnen: Die unbekannte Mindy Kaling spielt ihre Rolle nicht nur überzeugend. Sie kann darüber hinaus an der Seite der erfahrenen und wie immer glaubwürdig spielenden Emma Thompson bestehen. Dass Katherine erstmals um ihren Job kämpfen, und sich gleichzeitig um ihren an Alzheimer erkrankten Mann Walter (John Lithgow) kümmern muss, verleiht der Figur und dem ganzen Film eine besondere menschliche Tiefe.

DT

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