Rom

Italienischer Filmkomponist Ennio Morricone verstorben

Der römische Filmkomponist Ennio Morricone starb am Montagmorgen im Alter von 91 Jahren. Dem katholischen Glauben blieb er sein Leben lang verbunden.

Italienischer Komponist Ennio Morricone gestorben
Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone ist heute Nacht in einer römischen Klinik verstorben. Er wurde 91 Jahre alt. Foto: Jörg Carstensen (dpa)

Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone ist heute Nacht in einer römischen Klinik verstorben. Das meldet die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Er wurde 91 Jahre alt. Die Familie des Oscarpreisträgers teilte mit, dass die Trauerfeier im privaten Rahmen stattfinden soll. Dies geschehe, weil „das Gefühl für Demut“ alle Handlungen in Morricones Leben bestimmt hätte. 

Der päpstliche Kulturbeauftragte, Kurienkardinal Gianfranco Ravasi bekundete sein Beileid zum Tod von Ennio Morricone. "Ich vertraue ihn Gott an, auf dass er ihn in die himmlische Harmonie aufnimmt", schrieb Ravasi am Montag auf Twitter. Vielleicht beauftrage Gott ihn "mit einer Partitur, auszuführen von den Engelchören", ergänzte der Präsident des Päpstlichen Rats für die Kultur und passionierte Sammler von Musikalien aller Gattungen. Kardinal Ravasi bekundete der hinterblieben Ehefrau Maria und der Familie des Komponisten seine Anteilnahme. Weiter erinnerte er an ihre letzte Begegnung im April 2019; Ravasi zeichnete Morricone damals im Auftrag von Papst Franziskus mit der Goldenen Pontifikatsmedaille aus. 

Musik für über 500 Filme

Morricone wurde 1928 in Rom geboren. Von 1938 bis 1956 studierte er am Conservatorio Santa Cecilia unter dem Einfluss von Goffredo Petrassi. Nachdem sich Morricone zuerst auf orchestrale Stücke konzentrierte, wechselte er anschließend zu Fernsehen und Radio. In den 1960er Jahren widmete er sich der Popmusik und schrieb u. a. für die Sängerin Mina Mazzini. Zur gleichen Zeit begann seine Karriere als Filmkomponist. In nahezu sechzig Jahren schuf er Musik für über 500 Filme.

Besondere Bedeutung erlangte Morricone wegen der Übernahme von bisher ungewöhnlichen Instrumenten und Effekten im Orchester. Insbesondere seine Kompositionen für die Italo-Western „Zwei glorreiche Halunken“, „Für eine Handvoll Dollar“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ errangen weltweite Berühmtheit. Zu seinen Kollegen gehörten Regisseure wie Sergio Leone, Pier Paolo Pasolini und Quentin Tarantino.

Werken verbunden, die den christlichen Glauben als Grundlage haben

Morricone fühlte sich Zeit seines Lebens Werken verbunden, die den christlichen Glauben als Grundlage hatten. Neben Bibelfilmen unterlegte er auch das Drama „Mission“ von Roland Joffé mit Musik, in welchem der Konflikt zwischen jesuitischen Missionaren und der säkularen Kolonialmacht im 18. Jahrhundert im Zentrum steht. In der Jesuitenkirche Il Gesù in Rom erlebte Morricones „Missa Papae Francisci“ im Jahr 2015 seine Uraufführung. 

„Ich bin katholisch, ich habe die Christdemokraten gewählt, aber ich habe Jesus immer als den ersten Kommunisten angesehen. Ich fühle mich der Seite der Armen verbunden, auch, wenn ich ein schönes Haus habe; aber Geld habe ich nie gestohlen“, sagte Morricone, der in der linken italienischen Filmszene als einer der wenigen Konservativen galt. 2009 sagte er: „Gott hilft mir immer, eine gute Komposition zu schreiben.“ Mit über 70 Millionen verkauften Platten gehört Morricone nicht nur zu den erfolgreichsten Filmkomponisten Italiens, sondern zu den erfolgreichsten Musikern weltweit.

DT/mga

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