Wie Zita in Zizers Zuflucht fand

Die Schweiz bildet den Rahmen um Jahrhunderte habsburgischer Herrschaftsgeschichte.

Die Schweiz: Dort lebte die letzten Kaiserin Österreichs nach 1918
Die Schweiz: Dort lebte die letzten Kaiserin Österreichs nach 1918. Foto: Valais Tourisme/dpa/gms. Foto: Valais Tourisme (Valais Tourisme)

Die Stammburg der Habsburger steht im Schweizer Kanton Aargau. Als die Donaumonarchie 1918 auseinanderfiel, fand die kaiserliche Familie in der Schweiz Zuflucht. Und der letzte Wohnort der letzten Kaiserin Österreichs und Königin Ungarns, Zita aus dem Hause Bourbon-Parma, war ebenfalls in der Schweiz, in Zizers. Nun soll der Alterssitz von Kaiserin Zita verkauft werden.

Kaiserin Zitas Schloss: Keine Schätze, nur Erinnerungen

Wer immer das „Untere Schloss“ von Zizers erwirbt, wird von der langjährigen Bewohnerin keine Schätze erben, sondern nur Erinnerungen. Dass sie sich „rührend um andere Heimbewohner gekümmert“ habe, einer Bettlägerigen beim Essen geholfen und am Sterbebett von Mitbewohnern Totenwache gehalten habe, wusste die Neue Zürcher Zeitung vor vielen Jahren zu berichten.

Warum die Kaiserin die letzten 27 Jahre ihres Lebens in der Schweiz zubrachte? Nach Österreich konnte sie aufgrund der diskriminierenden Habsburger-Gesetze nicht einreisen, doch wollte sie der Heimat nahe sein. Von Zizers aus war es nicht weit bis Pöcking, wo ihr Erstgeborener, das Familienoberhaupt Otto von Habsburg, wohnte.

Biograf Erich Feigl: "So zufällig wie glücklich hierher" geraten

Zitas Biograf Erich Feigl meinte, sie sei „so zufällig wie glücklich hierher“ geraten: „Als sie während einer Romreise erkrankte, nahm sie das Johannesstift gastfreundlichst auf“. Ihre Enkelin Walburga Habsburg Douglas weiß: Die Kaiserin sei im Stift geblieben, weil in der Kapelle jeden Tag zwei Messen gefeiert wurden, an Sonn- und Feiertagen noch mehr. „Ich glaube, dass Zizers für meine Großmutter ein richtiges Zuhause war, nahe Österreich, mit guter Versorgung und der Möglichkeit, Gäste in unbegrenzter Zahl zu haben.“

Während der 2004 seliggesprochene Kaiser Karl bis heute bei Funchal auf der Blumeninsel Madeira begraben liegt, wo er im Exil starb, ruht Kaiserin Zita in der Wiener Kapuzinergruft. Doch beider Herzen sind vereint: Sie ruhen im Kloster Muri, im Kanton Aargau in der Schweiz.

Wen die Kaiserin auf ihrem Schweizer Schloss empfing, wie das Leben von Kaiser Karl endete und welche Rolle Spaniens König Alfons XIII. danach für Zita spielte, erfahren Sie im Beitrag von Stephan Baier in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 3. Januar 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT/sb (jobo)