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Wolfgang Huber: Immer mehr Restriktionen für Katholiken in China

In China fürchten immer mehr Untergrundkatholiken, den Weg in die chinesische Nationalkirche gehen zu müssen, so der „missio“-Präsident und Leiter des China-Zentrums. Vom Abkommen mit dem Vatikan hätten die meisten noch nichts gespürt.
Südkathedrale in Peking
Foto: Stephan Scheuer (dpa) | Eine Statue mit Kreuz am Eingang zur Südkathedrale in Peking. „Letztlich weiß niemand genau, was dieses Abkommen eigentlich beinhaltet. Es ist alles geheim“, beklagt Wolfgang Huber.

In Zusammenhang mit dem im vergangenen Oktober geschlossenen Abkommen zwischen dem Vatikan und China sieht Monsignore Wolfgang Huber, Präsident des katholischen Missionswerks „missio München“, noch einige Fragen offen. Es gebe sehr viele kritische Stimmen, gerade auch von den in den Untergrundkirchen Engagierten, aber auch in anderen kirchlichen Kreisen. „Letztlich weiß niemand genau, was dieses Abkommen eigentlich beinhaltet. Es ist alles geheim“, meint Huber im Gespräch mit „katholisch.de“. Man könne nicht feststellen, ob das Abkommen ein Zugeständnis an die chinesische Regierung sei, oder dem Papst die Möglichkeit verleihe, dort auch als Oberhaupt der katholischen Kirche anerkannt zu sein, so der Vorsitzende des China-Zentrums in Sankt Augustin.

Fragen des religiösen Handelns werden immer schwieriger

Viele der Untergrundkatholiken fürchteten immer mehr, den Weg in die chinesische Nationalkirche gehen zu müssen, die von der kommunistischen Partei kontrolliert wird. Zudem stellten sie sich die Frage, was mit Taiwan geschehen wird. „Viele sagen: Vom Abkommen haben wir noch nichts gespürt. Im Gegenteil gibt es eine Zunahme an Restriktionen, die Fragen des religiösen Handelns immer schwieriger machen“, beklagt Huber.

 Er habe den Eindruck, dass die politisch Verantwortlichen besonders Angst vor Einfluss von außen haben. „Das zeigt sich etwa daran, dass man Kindern keine Glaubensinhalte mehr vermitteln darf oder dass Internetplattformen geschlossen werden“, so der 56-Jährige. Gerade aufgrund dieser zunehmenden Restriktionen habe für den Vatikan die Zeit gedrängt, „noch einen Fuß in die Tür zu bekommen, um zu verhandeln“.

Huber sieht auch Papst Franziskus in der Pflicht

Insbesondere sieht Huber auch Papst Franziskus in der Pflicht: „Von päpstlicher Seite muss öffentlich anerkannt werden, was die Untergrundkirche Chinas bisher geleistet hat und es muss auch das Leid öffentlich gemacht werden.“ Nur so könne letztlich Heilung geschehen. Die Leidensgeschichte der Untergrundkatholiken müsse ernst genommen werden - „vor allen Dingen mit Blick auf die Märtyrer der Untergrundkirche“.

DT/mlu

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