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“Wenn wir aufhören, werden wir sterben”

Der ukrainische Bischof Stepan Sus würdigt im “Tagespost”-Interview die diplomatischen Bemühungen des Vatikans.
Ukrainische Bischof Stepan Sus
Foto: Privat | Der ukrainische Bischof Stepan Sus hilft nicht nur seelsorglich und spirituell, sondern ist auch humanitär engagiert.

Kriegsmüdigkeit können sich die Ukrainer nach Ansicht des griechisch-katholischen Bischofs Stepan Sus aus Kiew einfach nicht leisten: „Wenn wir aufhören, werden wir sterben, das Böse wird weitergehen und der von Russland begonnene Krieg wird andere Nationen anstecken.“ Darum dürften die Ukrainer „dem Feind nicht zeigen, dass wir müde sind und aufgeben wollen“, sagt Bischof Sus im Gespräch mit der „Tagespost“.

Jeder ist verwundet

Mittlerweile sei jeder Ukrainer auf irgendeine Weise durch diesen seit 21 Monaten währenden Krieg verwundet. „Nur Gott weiß, wie sehr die Wunden des Krieges schmerzen und wie schwer es ist, jeden Tag geliebte Menschen zu verlieren.“

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Immerhin sei es ein Segen, „dass wir uns nicht scheuen, miteinander über den Krieg und unseren Schmerz zu sprechen, dass wir nicht alles unterdrücken und dass wir versuchen, uns gegenseitig zu unterstützen“, so der in Lemberg (Lwiw) geborene und in Kiew wirkende Bischof. Die gegenseitige Hilfe sei auch ein gemeinsamer Weg der Heilung.

Römische Diplomatie

Bischof Sus würdigt im Gespräch mit der „Tagespost“ auch die diplomatischen Bemühungen des Vatikans: Rom versuche jede Gelegenheit zu nutzen, um den Krieg zu beenden. Der Papst sei aktiv an der Rückkehr der von den Russen entführten Kinder in die Ukraine beteiligt. Auch würden viele Anstrengungen unternommen, um gefangene Zivilisten freizulassen, darunter zwei katholische Priester, die in russischer Haft sind. DT/sba

Lesen Sie das vollständige Interview mit dem ukrainischen Bischof Stepan Sus am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

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