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Wendt fordert schnellere Verfahren

Den Anstieg von Gewalttaten von Kindern und Jugendlichen bringt der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft auch mit den Sozialen Medien in Verbindung.
Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft
Foto: Ronny Hartmann (dpa-Zentralbild) | Im Jahr 2022 seien allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 20.000 Tatverdächtige im Alter von unter 14 Jahren festgestellt worden. „Das ist schon mal eine echte Hausnummer“, so Wendt im Gespräch mit der „Tagespost“.

Eine zunehmende Anzahl von Straftaten unter Kindern und Jugendlichen beklagt der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Im Jahr 2022 seien allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 20.000 Tatverdächtige im Alter von unter 14 Jahren festgestellt worden. „Das ist schon mal eine echte Hausnummer“, so Wendt im Gespräch mit der „Tagespost“.

Taten durch die Verbreitung im Netz sichtbarer als früher

Gleichzeitig seien die Taten heutzutage auch durch die Verbreitung im Netz sichtbarer als früher. Jede Tat „aus dem letzten Winkel der Republik“ werde heute im Internet verbreitet, betont Wendt. Als Beispiel nennt er den jüngsten Vorfall im schleswig-holsteinischen Heide, wo eine Mädchenbande ein gleichaltriges Kind misshandelt hatte. „Das kann man sich immer wieder in den Sozialen Netzwerken anschauen. So wird Gewalt unmittelbar erlebbar“, meint der 66-Jährige. Früher habe man derlei Vorfälle in einer Zeitungsmeldung wahrgenommen, „heute bekommen man die Straftaten unmittelbar online vorgeführt“.

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Die Wirkung der Sozialen Medien dürfe man dabei nicht unterschätzen, so Wendt weiter. Manche Straftaten würden nur begangen, weil es die sozialen Netzwerke gebe. „Dass in Heide drei Mädchen die Tat filmen, macht deutlich, dass sie begangen wird, um anschließend in den Sozialen Netzwerken damit anzugeben.“ Ein solches Verhalten zeige die Persönlichkeitsdefizite der Täterinnen. „Wenn man glaubt, sich öffentliche Anerkennung über solche Straftaten holen zu müssen, ist in der Sozialisation offenkundig einiges schief gegangen“, so der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft.

Angesichts dieser Entwicklung fordert Wendt schnelle und zielführende Verfahren. „Dann wird den Tätern das Unrecht ihrer Tat in einem unmittelbaren Zusammenhang mit ihrem Handeln vor Augen geführt.“ Dazu brauche es allerdings mehr Personal. Zudem plädiert er dafür, die Altersgrenze der Strafmündigkeit herabzusetzen. Die Polizeigewerkschaft fordere dies schon seit Jahren, „nicht, um Kinder in den Knast zu schicken“. Allerdings sei man der Auffassung, „dass es hilfreich sein kann, wenn Kinder frühzeitig die Wirkung eines Strafverfahrens zu spüren bekommen“.  DT/mlu

Was Gewalttaten von Kindern und Jugendlichen laut Wendt mit den ermittelnden Beamten machen, erfahren Sie im ausführlichen Interview in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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