Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

Weihbischof Athanasius Schneider: "Kein Maulkorb" vom Vatikan

Der deutsche Weihbischof Athanasius Schneider in Kasachstan widerspricht der Nachricht vom "Hausarrest" durch Papst Franziskus.
Weihbischof Schneider widerspricht Meldung vom "Hausarres"
Foto: IN | Er dürfe nach wie vor reisen, so Weihbischof Athanasius Schneider. "Alles andere sind Spekulationen."

Der deutsche Weihbischof Athanasius Schneider in Kasachstan ist vom Vatikan zu einer Beschränkung seiner Reisetätigkeit angehalten worden. Man habe ihn gebeten, Reisen außerhalb seines Bistums Astana so einzurichten, dass sie den kirchenrechtlich vorgesehenen Rahmen von 30 Tagen nicht überschreiten, teilte Schneider am Dienstag auf Anfrage mit. Damit widersprach der Bischof der Darstellung, es handele sich um eine Sanktion der römischen Kirchenleitung. Die Regelung sei "kein Maulkorb".

Weihbischof Schneider: Es gibt "keinerlei Verbote"

Schneider betonte, es gebe "keinerlei Verbote". Er dürfe nach wie vor reisen. "Alles andere sind Spekulationen", so der Bischof. Der italienische Journalist Marco Tosatti hatte ebenfalls am Dienstag berichtet, der 57-Jährige sei von Papst Franziskus faktisch mit "Hausarrest" belegt worden. Zudem sei ihm die Maßregel nur mündlich durch den päpstlichen Botschafter in Kasachstan mitgeteilt worden, um Rechtsmittel dagegen zu verhindern. Tosatti berief sich auf Informanten aus dem Umfeld des Bischofs.

Tosatti nannte Schneider einen der prononciertesten Ankläger von "Abirrungen und Konfusion der Kirche von heute". Der Journalist warf der Kirchenleitung unter Franziskus vor, zwar von Dialog zu sprechen, aber Kritiker mundtot zu machen und mit "stillen und heimlichen Methoden" die Meinungsfreiheit einzuschränken.

Prononcierter Ankläger von "Abirrungen und Konfusion der Kirche von heute"

Der deutschstämmige, in Kirgisien geborene und in Baden-Württemberg aufgewachsene Schneider wurde 2006 von Benedikt XVI. (2005-2013) zum Weihbischof im kasachischen Karaganda ernannt. 2011 entpflichtete Benedikt XVI. ihn und Karagandas Bischof Jan Pawel Lenga (68). Schneider wurde als Weihbischof nach Astana versetzt.

Der dem Traditionalismus nahestehende Schneider trat unter anderem im Juli beim Kongress "Freude am Glauben" in Fulda auf. Im April nahm er mit den Kardinälen Walter Brandmüller und Raymond Leo Burke an einer Tagung in Rom teil, bei der konservative Katholiken ihre Sorge über den Kurs der Kirche bekundeten.

DT/KNA

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Athanasius Schneider Papst Franziskus Walter Brandmüller

Weitere Artikel

Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser
Mit dem ehemaligen Kardinalvikar von Rom und Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz ist ein Kirchenführer verstorben, der für die Katholiken Italiens eine prägende Gestalt war.
17.06.2026, 10 Uhr
Guido Horst

Kirche

Einen Zeitplan gebe es aber noch nicht. Den Kirchen hierzulande traue er trotz ihrer derzeitigen Krise eine positive Entwicklung zu, so der Papst auf dem Rückflug nach Rom.
29.09.2026, 06 Uhr
Meldung
Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig