Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

Wahlen in Pakistan: Auf Worte müssen Taten folgen

Adrian Hartmann, Nahost-Experte des Hilfswerkes „Christian Solidarity International“ (CSI), ist skeptisch, dass sich unter dem neuen pakistanischen Regierungschef Imran Khan für die christliche Minderheit viel zum Besseren wenden wird.
Wahlen in Pakistan
Foto: Uncredited (Tehreek-e-Insaf) | In seiner Siegesrede nach der Wahl kündigte Khan an, dass die „unterdrückten und schwächsten Bevölkerungsgruppen einschließlich der Minderheiten“ im Zentrum seiner Politik stünden.

Adrian Hartmann, Nahost Experte des Hilfswerkes „Christian Solidarity International“ (CSI), ist skeptisch, dass sich unter dem neuen pakistanischen Regierungschef Imran Khan für die christliche Minderheit viel zum Besseren wenden wird. In seiner Siegesrede nach der Wahl kündigte Khan an, dass die „unterdrückten und schwächsten Bevölkerungsgruppen einschließlich der Minderheiten“ im Zentrum seiner Politik stehen würden. Ob der schönen Worte Taten folgen, so Hartmann in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“, wird sich messen lassen.

"Werden die Behörden die Diskriminierung der Christen beenden?"

„Wird Khan eingreifen, wenn sich Kabinettsmitglieder abschätzig über Christen äußern? Werden Straftaten gegen Minderheiten künftig geahndet und wird der Schutz der Minderheiten gewährleistet, so dass sich islamistische Attacken auf Kirchen mit Dutzenden toten wie in Quetta, Lahore und Peschawar nicht wiederholen? Werden diffamierende Darstellungen von Minderheiten in den Lehrmitteln korrigiert? Werden die Behörden die Diskriminierung der Christen beenden und etwa auf diskriminierende Anforderungen in Stelleninseraten verzichten und den Religionswechsel auf den Identitätskarten ermöglichen?“

Khan muss sich auch kritisch mit dem Blasphemiegesetz auseinandersetzen

Wenn Khan, der im Vorfeld der Wahl islamistische Positionen bezogen habe, tatsächlich ein Premierminister für alle sein wolle, werde er nicht darum herumkommen, sich auch kritisch mit der Blasphemiegesetzgebung auseinanderzusetzen, meint Hartmann. Rechtsstaaten wie Deutschland seien dazu aufgefordert, sich im Dialog mit der pakistanischen Regierung für diese Anliegen einzusetzen.

DT/mlu

Der neue pakistanische Staatschef Imran Khan - Hoffnungszeichen für Christen oder doch nur die alte Unterdrückung im neuen Gewand? Lesen Sie dazu den Gastbeitrag des  Nahost-Experten Adrian Hartmann in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 09. August. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

Themen & Autoren
Christen Imran Khan Minderheiten Nahost-Experten

Weitere Artikel

„Wir haben eine starke Position mit außerordentlich guten Begründungen“, meint der Theologe Elmar Nass. Doch wie bringt man die heute noch zu Gehör?
09.12.2025, 13 Uhr
Thomas Müller
Seit einem Jahr herrscht Terrorführer Al-Sharaa in Syrien. Kampfnamen und Kampfanzug hat er abgelegt, doch seine alten Kombattanten bedrohen heute die religiösen Minderheiten.
08.12.2025, 11 Uhr
Stephan Baier
Die Drusen in Syrien leiden unter den Islamisten, schreibt der Nahost-Experte Kamal Sido in einem Gastbeitrag.
20.09.2025, 09 Uhr
Kamal Sido

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting