Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

USA: Katholische Politiker wollen an Todesstrafe festhalten

Obwohl der Vatikan die Todesstrafe offiziell ächtet, wollen mehrere katholische US-Politiker weiter an ihr festhalten. Sie sei der Wille des Volkes, meint der Gouverneur des Bundesstaates Nebraska.
Katholische US-Politiker für Todesstrafe
Foto: felipe caparros cruz (187817240) | Die Todesstrafe bleibe auch weiterhin der Wille des Volkes und somit Gesetz im Staat Nebraska, äußerte sich der republikanische Gouverneur des Bundesstaates, Pete Ricketts.

Obwohl der Vatikan die Todesstrafe offiziell ächtet, wollen mehrere katholische US-Politiker weiter an ihr festhalten. „Während ich die Sichtweise des Papstes respektiere, bleibt die Todesstrafe der Wille des Volkes und somit Gesetz im Staat Nebraska“, äußerte sich der republikanische Gouverneur des Bundesstaates Nebraska, Pete Ricketts. Die Todesstrafe sei ein wichtiges Mittel, um die Sicherheit der Strafvollzugsbeamten und der Öffentlichkeit zu gewährleisten.

Obwohl die katholische Kirche die Todesstrafe nun ächtet, will Gouverneur Ricketts an ihr festhalten

Ricketts ist gläubiger Katholiken und entschiedener Abtreibungsgegner. Für die Todesstrafe setzte er sich allerdings bereits in der Vergangenheit leidenschaftlich ein. Nachdem das Parlament die Todesstrafe im Jahr 2015 abgeschafft hatte, unterstützte er mit 300 000 US-Dollar ein Referendum zu deren Wiedereinführung. Im November 2016 stimmten 61 Prozent der Bürger des Staates dafür.

Auch der texanische Gouverneur Greg Abbott ist Katholik und überzeugter Verfechter der Todesstrafe. In der Vergangenheit rechtfertigte er seine Haltung mit Verweis auf den Katechismus. Nachdem Papst Franziskus diese nun geändert hat, kann Abbott zwar nicht mehr darauf zurückgreifen. Bisher kündigte er jedoch nicht an, seine Einstellung zu ändern.

Justizminister von Louisiana: Papst hat "Neigung zum Sozialismus"

Der Justizminister des Bundesstaates Louisiana, Jeff Landry, warf Papst Franziskus gar eine „Neigung zum Sozialismus“ vor, nachdem dieser den Katechismus geändert hatte. Dass Franziskus' Entscheidung die Lehre der Kirche ändere, wollte er nicht anerkennen.

DT/mlu

Obwohl der Vatikan die Todesstrafe nun offiziell ächtet, halten katholische Politiker in den USA weiter an ihr fest. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“, wie die Entscheidung des Vatikan auch die anstehende Anhörung des potenziellen Supreme-Court-Richters Brett Kavanaugh beeinflussen könnte.

Themen & Autoren
Greg Abbott Katholikinnen und Katholiken Katholische Kirche Papst Franziskus Päpste Todesstrafe

Weitere Artikel

US-Katholiken befürworten mehrheitlich die Todesstrafe für Mörder. Die Kirche, die das Lebensrecht jedes Menschen im öffentlichen Bewusstsein verankern will, scheint hier zu scheitern.
18.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Erfahrt hier, warum ein brennender Dornbusch Moses Leben für immer veränderte. Teil eins unserer Miniserie.
13.09.2026, 05 Uhr
Claudia Weiß
Welche Handlungsoptionen haben Papst Leo XIV. und die chinesischen Katholiken für den Glauben? Eine Analyse zur Lage der katholischen Christen in der Volksrepublik China.
17.09.2026, 17 Uhr
Katharina Wenzel-Teuber

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig