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Ugandischer Rebellenführer wegen Kriegsverbrechen verurteilt

Dem Anführer der berüchtigten „Lord's Resistance Army“ (LRA), Dominic Ongwen, wurden Gräueltaten im Norden Ugandas vorgeworfen, darunter Mord, Folter und Angriffe auf Flüchtlingslager. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat ihn nun verurteilt.
Urteil in Den Haag gegen Dominic Ongwen
Foto: Peter Dejong / Pool (ANP POOL) | Dominic Ongwen sitzt im Gerichtssaal des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag und wird von zwei Sicherheitsleuten flankiert.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat heute den ugandischen Rebellenführer Dominic Ongwen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Dem heute etwa 46 Jahre alten Anführer der berüchtigten „Lord's Resistance Army“ (LRA) wurden Gräueltaten im Norden Ugandas vorgeworfen, darunter Mord, Folter und Angriffe auf Flüchtlingslager sowie den Einsatz von Kindersoldaten.

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Strafmaß wird zu späterem Zeitpunkt verkündet

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann die tödliche Angriffe angeordnet hat. Ongwen war selbst als Kind verschleppt worden und stieg zu einem Stellvertreter des flüchtigen LRA-Chefs Joseph Kony auf. Das Strafmaß wollen die Richter zu einem späteren Zeitpunkt verkünden. Es war das erste Verfahren vor dem Weltstrafgericht gegen einen früheren Kindersoldaten.

Joseph Kony hatte die „Widerstandsarmee des Herrn“ gegründet, um gegen die ugandische Regierung unter Yoweri Museveni zu kämpfen. Zu den ersten Kämpfern der LRA gehörten Nordugander, die im Zuge der Machtübernahme durch Präsident Museveni aus der Armee verdrängt wurden und sich dagegen wehrten. Ziel der „Widerstandsarmee des Herrn“: einen Gottesstaat auf Basis der Bibel und der Zehn Gebote zu errichten. Dabei verstieß Kony gegen fast alle dieser Gebote. Inzwischen ist die LRA nur noch ein Schatten ihrer selbst, Kony aber immer noch nicht gefasst.

Ongwen soll einer der wichtigsten und besonders brutalen Kommandeure gewesen sein. Fast zehn Jahre lang fahndete der Strafgerichtshof nach Ongwen, Washington setzte fünf Millionen Dollar Belohnung für seine Festnahme aus. Im Januar 2015 stellte er sich schließlich einer US-Spezialeinheit in der Zentralafrikanischen Republik.  DT/chp

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